Bürgermeisterwahl 2017:
Fragen an die Kandidaten (Teil 2)

Wegen des regen Interesses an unserem ersten Durchgang nutzen wir die Zeit vor der Neuwahl am 2. April 2017 für eine weitere Fragerunde, diesmal zu den Themen­feldern ÖPNV, Arbeitsorganisation, Führungsstil und Persönlichkeits­eigenschaften.

Beide verbleibenden Bewerber (Oliver GortatHeike Sonntag) haben ihre erneute Teilnahme bereits zugesagt.


  1. Welche Ziele verfolgen Sie hinsichtlich des öffentlichen Personennahverkehrs in Sipplingen?
  2. Als Bürgermeister sind Sie für die Gestaltung des operativen Geschäfts verantwortlich. Durch welche organisatorischen Maßnahmen sorgen Sie für effektive Arbeitsabläufe und wirtschaftliches Verwaltungshandeln bei hoher Qualität der öffentlichen Dienstleistung?
  3. Welchen Führungsstil möchten Sie als Bürgermeister gegenüber Ihren Mitarbeitern bzw. in den politischen Gremien pflegen?
  4. Aufgrund welcher Ihrer Persönlichkeitseigenschaften sind Sie Ihres Erachtens prädestiniert für diese leitende Position (vgl. Big Five)?

Die Antworten der Kandidaten, die bis 19. März 2017 eingehen, werden ab 20. März 2017 an dieser Stelle veröffentlicht.

Dazu gibt es 4 weitere Kommentare / Informationen

    1. Welche Ziele verfolgen Sie hinsichtlich des öffentlichen Personennahverkehrs in Sipplingen?

      Zunächst einmal ist der öffentliche Personennahverkehr eine Aufgabe des Landratsamts. Hier gilt es zuallererst, die im Rahmen der EBC zugesagten Verbesserungen und engeren Taktungen dort einzufordern.

      Ergänzend dazu werde ich die Einführung eines Anruf-Sammel-Taxis vorantreiben.

      Sollte das Projekt „Emma“ vom Landkreis fortgesetzt werden, halte ich hier eine Teilnahme für notwendig, richtig und sinnvoll!

    2. Als Bürgermeister sind Sie für die Gestaltung des operativen Geschäfts verantwortlich. Durch welche organisatorischen Maßnahmen sorgen Sie für effektive Arbeitsabläufe und wirtschaftliches Verwaltungshandeln bei hoher Qualität der öffentlichen Dienstleistung?

      Die Gemeindeverwaltung ist wichtigster und erster Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger. Der optimale Einsatz der Gemeindemitarbeiter, der ihre Fähigkeiten gewinnbringend in Erscheinung bringt, muss regelmäßig überprüft werden. Ebenso muss man ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Hierzu ist zuallererst ein Organisationsgutachten zu erstellen, um eine neutrale Begleitung bei den Veränderungen zu erreichen. Gleichzeitig werden damit die Mitarbeiter in den Organisationsprozess eingebunden. Auch muss ich mir als Leiterin der Verwaltung die Wirtschaftlichkeit im Blick haben, also regelmäßig überprüfen, ob Aufgaben besser ausgelagert werden sollen, oder ob sie weiterhin innerhalb der Verwaltung gut platziert sind.

      Als gelungenes Beispiel darf ich hier auch die Umstellung der Buchhaltungen auf die Doppik anführen, welche die Gemeinde als „Gemeinschaftsprojekt“ zusammen mit den umliegenden Kommunen durchführt. So können durch gemeinsame, im näheren Umkreis stattfindende Workshops und für die Gemeinde günstige Beratungskosten die Umstellungsarbeiten wirtschaftlich in eigener Regie erfolgen.

    3. Welchen Führungsstil möchten Sie als Bürgermeister gegenüber Ihren Mitarbeitern bzw. in den politischen Gremien pflegen?

      Bereits jetzt halte ich mich als Führungskraft an das Motto „fordern und fördern“. Meine Mitarbeiter sollen Ihre Aufgaben eigenständig und eigenverantwortlich erfüllen. Gleichzeitig trage ich als Entscheidungsträgerin die Verantwortung. Als Führungskraft fordere ich aber auch Leistung ein, sowohl bei den Routinearbeiten als auch bei besonderen Projekten.

      Zusammen mit dem Gemeinderat als oberstem Organ der Gemeinde gilt es die Entscheidungen so treffen, dass diese zum Allgemeinwohl ausfallen und dass die ehrenamtlich tätigen Rätinnen und Räte optimal informiert sind und ihre Entscheidungen mit gutem Gewissen und aus Sachkenntnis heraus treffen können. Hierzu gehört ein offener Umgang miteinander. Aufgabe der Bürgermeisterin und der Verwaltung ist hierbei die Aufarbeitung der Informationen und gründliche -aber auch möglichst übersichtliche und kompakte- Sitzungsunterlagen.

      Ich verfüge über eine sehr fundierte Sachkenntnis, die ich mir zum einen durch mein Fachhochschulstudium erworben habe, und zum anderen durch meine langjährige Erfahrung, als Führungskraft. Deshalb bin ich auch davon überzeugt, dass ich -auch aufgrund meiner analytischen Denk- und Arbeitsweise- als Bürgermeisterin vom ersten Tag meiner Amtszeit an mit Verwaltung und Gemeinderat offen, konstruktiv und zielführend zusammenarbeiten werde.

    4. Aufgrund welcher Ihrer Persönlichkeitseigenschaften sind Sie Ihres Erachtens prädestiniert für diese leitende Position (vgl. Big Five)?

      Wie oben schon erwähnt arbeite ich sehr zielführend und analytisch. Darüber hinaus bin ich ein ehrlicher und geradliniger Mensch, manchmal auch sehr direkt. Ich denke als Bürgermeisterin sind aber auch mein Optimismus und meine Zielstrebigkeit wichtige Qualitäten. Meine offene Bereitschaft, Neue Wege zu gehen und die demografischen und finanziellen Herausforderungen tatkräftig anzupacken machen mich zu einer idealen Bürgermeisterin! Als geselliger Mensch freue ich mich darauf, auch außerhalb der klassischen Bürgermeisterrolle mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu sein.

    1. Welche Ziele verfolgen Sie hinsichtlich des öffentlichen Personennahverkehrs in Sipplingen?

      Ich befürworte und stehe voll und ganz hinter der Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn. Hierbei ist es mein Ziel einen verlässlichen Halbstundentakt zwischen Singen und Friedrichshafen zu etablieren. Wichtig an dieser Stelle ist zu erwähnen, dass wir der Elektrifizierung grundsätzlich positiv gegenüberstehen müssen. Diese sollte vorzugsweise mit batteriebetriebenen Zügen realisiert werden.

      Mit der Elektrifizierung werden die nicht mehr zeitgemäßen Dieseltriebwagen durch moderne und wesentlich emissionsärmere Elektrozüge ersetzt. Gerade auch im Hinblick auf die Thematik „Hangrutsch“ bringt dies nur Vorteile mit, da die Vibrationen hierdurch reduziert werden können.

      Die Jugend ist unsere Zukunft. Das darf nicht vergessen werden. In mehreren Gesprächen mit den Jugendlichen hat sich ein Wunsch besonders herauskristallisiert: Der Nachtbus an den Wochenenden und vor Feiertagen zwischen Überlingen und Friedrichshafen soll bis Sipplingen durchfahren. Mein Ziel ist es, diesen Wunsch der jungen Leute umzusetzen. Gleichzeitig möchte ich mich in Kooperation mit den Nachbarstädten und –gemeinden für einen Nachtbus zwischen Überlingen und Singen einsetzen, um somit die Möglichkeit zu schaffen, das Veranstaltungsangebot auch westlich von Sipplingen zu nutzen.

    2. Als Bürgermeister sind Sie für die Gestaltung des operativen Geschäfts verantwortlich. Durch welche organisatorischen Maßnahmen sorgen Sie für effektive Arbeitsabläufe und wirtschaftliches Verwaltungshandeln bei hoher Qualität der öffentlichen Dienstleistung?

      Auf meiner Aufgabenliste finden Sie bezüglich Ihrer Frage folgendes:

      Effektive Arbeitsabläufe und wirtschaftliches Verwaltungshandeln
      1. Beauftragung einer Organisationsprüfung (Aufbau und Ablauf der Organisation) für die Verwaltung sowie den Bauhof: Bei einer Organisationsprüfung beauftrage ich ein externes Unternehmen, welches u.a. die Aufgabe hat, jede einzelne Stelle zu analysieren, eine genaue Tätigkeitsbeschreibung zu definieren und daraus auch die Eingruppierung des Gehalts abzuleiten.
        Eine Organisationsprüfung durfte ich in der Gemeinde Rielasingen-Worblingen selbst miterleben. Dabei konnte ich ausschließlich positive Erfahrungen mitnehmen, und das Resümee nach einem Jahr lautet: Arbeitsabläufe konnten verbessert, Aufgaben schneller bearbeitet und die Motivation der Mitarbeiter erhöht werden.
      2. Prüfung der aktuell eingesetzten Software: Können unsere Anforderungen damit abgedeckt werden? Ergibt sich durch EDV und Mitarbeiter eine effiziente Arbeitsweise? In Sipplingen steht viel an. Organisationstalent, Projektarbeit und eigenverantwortliches Arbeiten stehen als wichtige Kerneigenschaften auf dem Plan.
      3. Sensibilisierung der Mitarbeiter kostenorientiert zu handeln und zu wirtschaften: Die Sachkosten in der Verwaltung sollen nicht steigen, bei wichtigen Themen muss trotzdem nachhaltig investiert werden.
      Qualitätsanspruch

      Qualität bedeutet für mich:

      1. Die Aufgaben werden weitestgehend fehlerfrei erledigt.
      2. Die Bürger haben das Gefühl, dass ihre Anliegen schnell, termingerecht und unkompliziert bearbeitet werden. Dazu gehören auch bürgergerechte Öffnungszeiten sowie die Möglichkeit der persönlichen Betreuung und Beratung sowohl im Rathaus als auch über das Internet.
      3. In den ersten Wochen werde ich mit jedem Mitarbeiter Einzelgespräche führen. Hier gilt es, jeden intensiver kennenzulernen und zu klären, welche Wünsche, Verbesserungsmöglichkeiten und Anregungen bestehen.

      Zudem plane ich einen Workshop mit allen Mitarbeitern der Verwaltung. Hier werden wir gemeinsam definieren, wie wir als Dienstleister in Sipplingen auftreten und wirken, wie wir den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden, wie wir positiv und offen Neuerungen gegenüber stehen (Digitalisierung) und welche Ziele wir uns stecken. Hier fließen die Gedanken der Mitarbeiter ein, aber auch gleichzeitig meine Mindestanforderungen, die ich als Bürgermeister für Sipplingen habe.

    3. Welchen Führungsstil möchten Sie als Bürgermeister gegenüber Ihren Mitarbeitern bzw. in den politischen Gremien pflegen?

      Es gibt viele verschiedene Führungsstile, wobei ich mein Handeln nicht einem bestimmten zuordnen kann. Deswegen schildere ich Ihnen meine Vorstellungen, wie ich eine gute Führungskraft sein und mit politischen Gremien zusammen arbeiten werde.

      Unser Ziel muss es sein, modern, zukunftsorientiert, wirtschaftlich und bürgerzentriert zu handeln. Die Gemeindeverwaltung in Kombination mit dem Gemeinderat sehe ich als eine Gemeinschaft mit einheitlicher Wirkung.

      Ich erwarte eigenverantwortliches Arbeiten, Selbstständigkeit, Bereitschaft für Neues und Offenheit für Veränderungen. Die Mitarbeiter und Entscheidungsträger sollten immer mit offenen Augen für Optimierungsmöglichkeiten unterwegs zu sein, auch außerhalb des Rathauses. Nur so kann für Sipplingen das Bestmögliche erreicht werden.

      Welche Führungsinstrumente nutze ich?
      Maßnahmenpläne erstellen, Ziele entwickeln und Ergebnisse nachhalten („Wer macht was bis wann?“) – das ist die Basis für eine erfolgreiche Arbeitsweise.

      • Arbeitsergebnisse kontrolliere ich in regelmäßigen Abständen.
      • Die Abstände von Besprechungen (Jour Fixe) bezüglich Zielerreichung, Erfolgen und Herausforderungen werde ich anhand der Priorisierung, Wichtigkeit und Bedeutung der einzelnen Thematiken definieren.
      • Ich steuere die Richtung zu den definierten Zielen.
      • Vorrangig gehen die Mitarbeiter den Weg zum Ziel in Eigenverantwortung. Wenn die Notwendigkeit besteht, zeige ich welcher Weg zum Ziel gegangen werden soll.

      Unterstützung erhalten Mitarbeiter in der Form, dass ich ihnen nicht grundsätzlich die vermeintlich beste oder einzige Lösung vorgebe, sondern ihnen bei der Lösungsfindung unter die Arme greife.

      Motivieren werde ich Mitarbeiter und Gemeinderat in Form von regelmäßigem Zusammenkommen, bei denen Erfolge und Zielerreichungen besprochen und ggf. gemeinsam gefeiert werden. Für ein harmonisches Miteinander werde ich sorgen.

    4. Aufgrund welcher Ihrer Persönlichkeitseigenschaften sind Sie Ihres Erachtens prädestiniert für diese leitende Position (vgl. Big Five)?

      Mich zeichnet folgendes aus: Ich bin

      • visionär und zielorientiert,
      • motiviert und offen gegenüber Neuerungen,
      • gewissenhaft, sorgfältig und qualitätsorientiert,
      • darauf bedacht, Entscheidungen zu treffen,
      • einfühlsam und positiv denkend,
      • gewillt, Herausforderungen zu bewältigen.

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