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  1. Trio leitet neuen SPD-Ortsverein Überlingen

    Weil der Sipplinger Ortsverband nur noch neun Mitglieder hatte, fusionierten die Genossen ihn mit dem Überlinger. Dieser neu gegründete Ortsverein wird künftig von einer Dreiergruppe geleitet.

    In einer denkwürdigen Hauptversammlung lösten die Sozialdemokraten am Dienstagabend die beiden eigenständigen SPD-Ortsvereine Überlingen und Sipplingen auf, um wenige Augenblicke später den nun um Sipplingen erweiterten „SPD-Ortsverein Überlingen“ wie „Phönix aus der Asche“ auferstehen zu lassen, wie es der SPD-Kreisvorsitzende Adnan Sabah ausdrückte. Ihm oblag es, Auflösung und Neugründung zu verkünden. Dieser Weg musste beschritten werden, nachdem der Sipplinger Ortsverband nur noch neun Mitglieder hatte, von denen ein einziges zur Fusionsversammlung in den Ochsen gekommen war. Die letzten Sipplinger Genossen hatten per Fragebogen und am Telefon zugestimmt.

    Einige in der kleineren Nachbargemeinde wohnende Sozialdemokraten gehören dem Ortsverein Überlingen an und es gehe darum, sagte der scheidende Überlinger Vorsitzende Dietram Hoffmann, „mit den Genossinnen und Genossen aus Sipplingen wieder eine politisch aktive SPD in beiden Gemeinden zu bilden. Den Niedergang der Partei im Dorf erklärte er mit der „schweren Krankheit von Susi Erdenberger, der langjährigen Vorsitzenden der Sipplinger SPD“. Dadurch sei die „Aktionskraft der SPD Sipplingen leider so geschwächt, dass der Kreisvorstand beiden Ortsvereinen die heute bevorstehende Lösung empfohlen habe. Dass der neue gemeinsame Ortsverein wieder Überlingen heiße, sei ganz bewusst, sagte Kreischef Sabah. „Weil wir hoffen, dass wir Sipplingen irgendwann wieder beleben können.“

    Die Entwicklung des Mitgliederstandes in Überlingen sei indes kein Grund für die Fusion, machte Hoffmann deutlich. Bei 75 Mitgliedern sei man durchaus handlungsfähig. Auch wenn er „bedauernd feststellen musste, dass wir uns hier umgekehrt proportional zur demografischen Entwicklung der Stadt bewegen“. Als er im Januar 2009 gewählt worden sei, habe der Ortsverein noch 84 Mitglieder gehabt. Die meisten Verluste habe der Ortsverein durch Wegzug, nicht durch Austritt oder Tod.

    Von den 75 Mitgliedern waren 21 stimmberechtigte anwesend, sie votierten einmütig für das neue – gleichberechtigte – Triumvirat an der Spitze des Ortsverbandes. Es besteht aus Adnan Sabah (42), dem SPD-Kreisvorsitzenden aus Überlingen, Stadtrat Michael Wilkendorf (65) und Christian Gospodarek (34), der bisher stellvertretender Ortsvorsitzender war. Das Dreiergespann wird aus seiner Mitte heraus wechselnde Sprecher bestimmen, erläuterte Hoffmann, „und sich alle Aufgaben eines Vorsitzenden teilen“. Weshalb er nicht mehr kandidierte, erklärte Hoffmann mit seinem Alter: „Würde ich heute wiedergewählt, müsste ich bei den nächsten Vorstandswahlen wohl oder übel nochmals antreten, da sie mitten im Kommunalwahlkampf 2014 stattfinden – da werde ich 71.“

    Oswald Burger, SPD-Fraktionssprecher im Gemeinderat und selbst von 1989 bis 1995 Ortsvereinsvorsitzender, würdigte den Genossen Dietram, an dessen hier ungebräuchlichen bairischen Namen man sich einst erst habe gewöhnen müssen, als einen Menschen „unglaublich voller Ideen, initiativreich“, der einen „tatkräftigen Wind“ in den Ortsverein gebracht habe. „Da konnte es nicht ausbleiben, dass es Konflikte gab mit uns Mandatsträgern“, die aber am Ende doch immer „ordentlich“ gelöst worden seien.

    Positiv wirkte sich die Fusion auf die Finanzen aus. Alt-OB Reinhard Ebersbach, wiedergewählter Kassier, kann dem von ihm verwalteten Parteivermögen von rund 3200 Euro gute 2000 Euro aus Sipplingen hinzurechnen. Zum Schriftführer wurde Wilfried Biester aus Sipplingen gewählt, Hoffmann bleibt Medienreferent.

    (SÜDKURIER, 29. März 2012)

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