Entsteht bei uns ein „Luxusradweg“?

Hier ein Fundstück aus der Zeitschrift „Der Steuerzahler“, dem Wirtschaftsmagazin des Bundes der Steuerzahler, Ausgabe Januar 2008, Seite 5, Komplettzitat des ersten Abschnitts:

 

Muss das sein?
Zwei Beispiele für Steuergeldverschwendung

Wenn der Staat Steuergelder verausgabt, geschieht dies nach Einschätzung des Bundes der Steuerzahler in den allermeisten Fällen wirtschaftlich und sparsam. Aber es gibt eben auch immer die Fälle, in denen das Wirtschaftlichkeitsprinzip missachtet wird.

Es gibt die verschiedensten Ursachen für die Verschwendung, oft verbirgt sich dahinter eine "Es ist ja nicht mein Geld-Mentalität, wie die beiden folgenden aktuellen Beispiele zeigen. 

Luxusradweg am Bodensee

In Sipplingen (Bodenseekreis) ist geplant, einen Radweg auf der dem Bodensee zugewandten Seite der B 31 und der Bahnlinie zu verwirklichen. Das Projekt umfasst zwei Abschnitte, von denen insbesondere der östliche Abschnitt unverhältnismäßig teuer scheint. Die Planungen sehen vor, den Radweg auf einem ca. 850 m langen Steg über den Bodensee zu führen, bevor er dann unter der Bahnlinie und der Bundesstraße unterführt und an einen Wirtschaftsweg angeschlossen wird. Auf unglaubliche 4 Millionen Euro sollen sich die Gesamtkosten für insgesamt 1,2 km Radweg belaufen. Dieses Projekt soll aus Bundesmitteln finanziert werden, da fällt die Entscheidung in der Gemeinde für dieses Projekt leicht – es ist ja nicht mein Geld.

Das Projekt erscheint umso unverständlicher, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Bodensee-Radweg etabliert ist, der von Radfahrern genutzt wird und auch durch Sipplingen führt. Allerdings führt dieser Radweg in Sipplingen durch den Ort und nicht direkt entlang des Wassers. Aber lohnt sich der Aufwand von 4 Millionen Euro, nur um den Radweg landschaftlich reizvoller zu gestalten?

Das zuständige Regierungspräsidium Tübingen teilte uns auf Anfrage mit, dass im Zuge der Planung auch auf eine – von uns angeregte – bestehende Radwegführung abseits des Sees einzugehen ist. Hoffentlich kommt man noch rechtzeitig zur Vernunft. Wir haben inzwischen zudem den Bundesrechnungshof eingeschaltet …

Hier finden Sie die komplette Seite als pdf-Datei.
  

Ist der Bund der Steuerzahler mitverantwortlich für die Planungs- bzw. Realisierungsverzögerungen?

Dazu gibt es 18 weitere Kommentare/Informationen

  1. Guten Tag,
    gibt es öffentliche Pläne im Internet, wo dieser Radweg genau verlaufen soll? Wo soll er überhalb des Wassers verlaufen und wo unter der Bahnlinie durch?
    Viele Grüße,
    Ralf

    1. Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand gibt es bisher noch keine öffentlichen Pläne, die den möglichen Verlauf des Radwegs zeigen.

  2. Der Bund der Steuerzahler hat demnach angeregt, auf die „bestehende Radwegführung abseits des Sees“ einzugehen. Was ist damit gemeint?

    Das enge Teilstück zwischen Krone und Apotheke auf der Straße oder dem Gehweg kann nicht ernsthaft gemeint sein. Und das steile Stück von der Krone aus den Berg hoch über Rathausstraße und Morgengasse ist zwar eine gute Trainingsstrecke für die Bergspezialisten der Tour de France, aber keine vernünftige Wegführung für die vielen Freizeitradler des Bodensee-Radwegs.

    Durch die neue Radwegbrücke kommen die Radler inzwischen komfortabel bis zum Bahnhof – aber dann stehen sie auf der Straße. Die östliche Weiterführung über einen 850m langen Steg mit anschließender Über-/Unterführung wäre konsequent, aber tatsächlich sehr teuer und außerdem ist sie nicht nur bei den Anliegern der Seestraße umstritten. Aber eine vernünftige, „bestehende Radwegführung abseits des Sees“ gibt es nicht. Wie soll es also weiter gehen?

    Mein Vorschlag ist schnell und einfach zu realisieren, billig für die Steuerzahler, komfortabel für die Radler und bewirkt gleichzeitig eine Verkehrsberuhigung und damit Entlastung der Seestraßen-Anlieger (siehe Thema B 31):

    Die alte B 31 wird auf Antrag der Gemeinde zu einer Gemeindestraße heruntergestuft, was kein Problem sein dürfte, da es ja eine neue B 31 gibt. Dann wird die Seestraße mit einer Ampelschaltung zwischen Bahnhof und Werkstatt Thiel für Autos nur noch einspurig befahrbar gemacht. Auf der freiwerdenden Fahrspur können die Radler bequem und sicher die engste Stelle des Ortes durchqueren. Ab der Werkstatt Thiel Richtung Osten müsste Platz genug für einen kombinierten Geh-/Radweg entlang einer dann schmaleren Gemeindestraße sein.

    Was spricht eigentlich gegen diese einfache Lösung?

    1. Ob die Seestraße als Bundesstrasse, Landesstrasse oder Gemeindestrasse geführt wird, ist gleichgültig. Es werden trotzdem viele Autos und leider immer noch viele LKW die Stasse benutzen. Bei Einbahnregelung käme es zu Staus, unter denen wieder die Anwohner zu leiden haben.

      Was einfach zu realisieren ist wäre Folgendes:

      1. LKW-Fahrverbot ab 3,5 to. Nur Zulieferbetrieb für Sipplingen frei.
        Laut Bundesverkehrsministerium kann diese Maßnahme von den lokalen Behörden angeordnet werden, also vom Bürgermeister beziehungsweise vom Ornungsamt Überlingen.
      2. Tempo 30 im gesamten Bereich des Radweges entlang der Seestr. also vom Bahnhof bis zum Spitzacker.
      3. Mehrere Geschwindigkeitskontrollen entlang der Ortsdurchfahrt ( wie in Hagnau) und geschwindigkeitsgesteuerte Ampelregelung am Spitzacker (wie in Kressbronn).

      Durch diese Maßnahmen können auch Anwohner sicher durch die Seestraße radeln.

  3. Aus der Rede von Bürgermeister Anselm Neher anlässlich des Neujahrsempfangs am 4. Januar 2009, abgedruckt im Mitteilungsblatt der Gemeinde Sipplingen (2009, Nr. 1/2):

    [...] Ein besonderes Thema ist immer wieder der Schwerlastverkehr auf der B 31 alt, der immer unerträglicher wird. Die bisherigen gemeinsamen Protestaktionen mit Ludwigshafen und Espasingen, die Gespräche mit den Regierungspräsidien, Polizeidirektionen, Landratsämtern, den Städten Radolfzell, Stockach und Überlingen haben zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Die Voraussetzung um eine wirksame Entlastung zu erreichen, ist die Umfahrung von Espasingen und Überlingen. Nach Aussagen der beteiligten Ämter kann aber in den nächsten 10 Jahren nicht damit gerechnet werden.

    Dies bedeutet, dass wir weiterhin unsere Radfahrer durch einen höchst gefährdeten Bereich schicken. Wir können dies nicht mehr länger verantworten. Es drängt sich auf, dass der Radweg fortgesetzt werden muss und wir müssen alle Kräfte bündeln, dass dies auch geschieht. Die Fortsetzung des Radwegs hat den breitgefächerten Kritiken stand gehalten. Es wäre ein sträfliches Versäumnis, wenn das Regierungspräsidium jetzt nicht zum Erfolg käme. Die Planung ist fertig gestellt, das Planfeststellungsverfahren muss in diesem Jahr noch eingeleitet werden. [...]

  4. Aus der Rede von Herrn Clemens Beirer anlässlich des Neujahrsempfangs am 4. Januar 2009, abgedruckt im Mitteilungsblatt der Gemeinde Sipplingen (2009, Nr. 1/2):

    [...] Im Namen des Gemeinderates und auch ich ganz persönlich möchte mich bei ihnen Herr Bürgermeister Neher sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Sipplingen, für ihren Einsatz für unsere Gemeinde im vergangenen Jahr 2008 recht herzlich danken.

    Sie Herr Bürgermeister Neher konnten mit ihren Beschäftigten einiges was in der Gemeinde begonnen war zu einem guten Abschluss bringen.
    Viele Projekte die wir am Anfang des letzten Jahres geplant bzw. in Arbeit waren, sind schon fertig gestellt und gut gelungen. Neues ist geplant und auf den Weg gebracht. Sie haben es vorher ja schon angesprochen.

    Besonders am Herzen liegt ihnen weiterhin der Radwegebau am See. Mit der Fertigstellung der gelungenen Radwegbrücke beim Strandbad ist ein erster Bauabschnitt beendet der sich sehen lassen kann. Entgegen anfänglichen bedenken in der Bevölkerung hört man viel Lob über das gelungene Bauwerk. Gleichzeitig mit der Brücke konnten wir die Einweihung unseres Naturbadestrandes und die neue Gaststätte Seehaus einweihen.

    Jetzt ist es wichtig bei den zuständigen Behörden präsent zu sein, damit die weiteren Bauabschnitte des Radweges zügig angegangen werden können.
    Weitere wichtige Vorhaben wurden vorher von ihnen genannt und vorgestellt. Wir, der Gemeinderat gemeinsam mit den Bürgen von Sipplingen werden auch diese mit ihnen zu einem guten Abschluss bringen. [...]

  5. Wetzel hakt nach

    Sipplingen – Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel hat bei der Landesregierung nachgefragt, wie es mit dem Radweg in Sipplingen weiter geht. Wetzel will konkret wissen: „Wie ist der Stand der Planung des Teilstückes des Radweges von Sipplingen-Mitte bis Anschluss Osten?“ Außerdem hakt Wetzel nach: „Welche Maßnahmen unternimmt die Landesregierung, um die schnelle Planung und den Ausbau des letzten Teilstückes des geplanten Radeweges in Überlingen zu erreichen?“ Der 1,2 Kilometer lange Radweg, der insgesamt vier Millionen Euro kosten soll, wird aus Bundesmitteln finanziert, das Land Baden-Württemberg ist aber für die Planung zuständig. Der westliche Abschnitt mit der Radwegbrücke über die B 31 ist bereits fertig gestellt.

    (Südkurier, 12. September 2009)

  6. Aus der Rede von Bürgermeister Anselm Neher anlässlich des Neujahrsempfangs am 8. Januar 2010, abgedruckt im Mitteilungsblatt der Gemeinde Sipplingen (2010, Nr. 2):

    […] Zum Ortskern gehört auch die B31, die immer mehr vor allem mit LKW’s belastet ist. Die Ortsumfahrung Überlingen muss her. […]

    In diesem Zusammenhang muss auch die Umsetzung der Radwegeplanung gesehen werden, die vom Regierungspräsidium weiter betrieben wird. Wahrscheinlich wird die Dammlösung favorisiert, da die Steglösung zu teuer ist. Jetzt liegt es noch an den Trägern öffentlicher Belange, das heißt, am Denkmalamt wegen den Pfahlbauten und am Naturschutz, aber klar ist, dass die Sicherheit der Radfahrer vorgehen muss. […]

  7. Verkehrskonzept für Lkw-Verkehr

    Sipplingen – In die Sache „Radweg Sipplingen“, zu dem der Landtagsabgeordnete Norbert Zeller bei Verkehrsministerin Tanja Gönner eine Anfrage zu der Neuplanung entlang der B 31-alt machte, kommt anscheinend Bewegung. Dies schließt Zeller, SPD, aus der Antwort von Gönner, die im Gegensatz zum früheren Verkehrsminister Müller, CDU, und zum früheren Staatssekretär Rudolf Köberle, CDU, nun erstmals das Problem der stark zugenommenen Lkw-Fahrten in dem Bereich der B 31 aufgreife. Die Ministerin lasse ein zeitlich befristetes Verkehrkonzept zur Umlenkung für den Lkw-Verkehr auf der B 31 von und in Richtung Stockach erarbeiten. „Es sind rund 680 Lkw täglich auf dieser Strecke unterwegs“ , so der Bericht des Regierungspräsidiums, „und 100 davon, also 14,7 Prozent, die auf der B 31-alt unterwegs sind, könnten auf die B 31-neu verlagert werden“, heißt es in dem Schreiben von Tanja Gönner an Zeller. Der bewertet dies schon mal als einen Schritt in die richtige Richtung. Zeller wundert sich erfreut, dass dies nun möglich werden soll, wo doch die Vorgänger von Gönner dies immer als nicht machbar darstellten. Er hatte als Zwischenlösung dies seit langem gefordert, teilt Zeller mit.

    Klar gehe aus dem Schreiben der Umweltministerin auch hervor, dass der Radfahrverkehr auf der B 31-alt in Sipplingen enorm zugenommen hat. Im Juli 2004 wurden an einem normalen Werktag 600 Radfahrer und an einem schönen Sonntag 1530 Radler gezählt. Die Prognosen sehen nun so aus, dass im Jahr 2025 am Normalwerktag die Radfahrer auf 1020 und an einem schönen Sonntag auf 2750 geschätzt werden.

    Zeller hatte bei Gönner nach einem Besuch in der Gemeinde Sipplingen angefragt, weshalb eine neue Radwegeplanung vorgenommen werden soll und wie diese aussehe. Außerdem hatte er wissen wollen, bis wann mit einer Lösung zu rechnen sei, die angesichts der gefährlichen Situation für Radfahrer des Bodenseefahrradrundwegs in Sipplingen dringend erforderlich sei. Darauf erklärte Gönner nun, dass die bisherige Planung vorsah, den Radweg auf einem rund 850 Meter langen Steg am Bodenseeuferbereich zu führen. Aufgrund der hohen Kosten habe das Regierungspräsidium die Machbarkeit der abschnittsweisen Führung des Radwegs in Dammlage entlang der bestehenden Bahnstrecke anstelle der Steglösung untersucht. Diese Prüfungen und Abstimmungen mit Naturschutzaspekten usw. sollen in einem Vorentwurf bis Herbst fertig sein, sodass dann ein Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens gestellt werden kann. Die Kosten für die Maßnahme beliefen sich auf rund 3,7 Millionen Euro.

    (Südkurier Nr. 88, UE, S. 24, 17. April 2010)

  8. Aus der Rede von Bürgermeister Anselm Neher anlässlich des Neujahrsempfangs am 7. Januar 2011, abgedruckt im Mitteilungsblatt der Gemeinde Sipplingen (2011, Nr. 1/2):

    [...] Wenn Sie unsere Radler in den Sommermonaten auf der Seestraße beobachten, ist es eine unerträgliche Situation. Wir können uns nicht der Illusion hingeben, dass allein durch Beschilderungen der Radverkehr durch unseren historischen Ort möglich wäre oder dass die Radfahrer auf der Bundesstraße den Lkw-Verkehr gar verlangsamen würden.
    Tatsache ist, dass alle ob Familien oder Radfahrgruppen, meistens den einseitigen Gehweg verwenden und bei Ausweichmanövern sogar auf die Gegenfahrbahn kommen.
    Die Verwaltung hat alles getan um die Voraussetzungen für die Verlegung des Radwegs in den Uferbereich zu ermöglichen. Heute sieht es so aus, dass der Dammlösung der Vorzug eingeräumt wird aber noch Baugrunduntersuchungen wegen des Pfahlbaufeldes notwendig sind und auch Widerstände im Bereich des Naturschutzes noch auszuräumen sind. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Fachbehörden sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Hier muss politisch gehandelt werden. Die anstehende Landtagswahl muss dazu genutzt werden auf unser absolut dringliches Interesse hinzuweisen. Eine Maßnahme, die uns sehr stark bewegt.
    Die gesamte Uferkonzeption wurde auf diesen Radweg ausgerichtet. [...]

  9. Bürgermeister loben und bohren

    Sipplingen/Salem/Überlingen (mba) Ein roter Teppich. Eine Spalier stehende Belegschaft.

    Feierliche Musik. Und eine Apfelprinzessin an jeder Seite. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) wird, in Begleitung des FDP-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Wetzel, in Überlingen, Salem und Sipplingen gar königlich empfangen. „Ich komme mir vor wie ein Staatsgast“, sagt er denn auch auf jedem der drei Empfänge. In Sipplingen sind der Radweg und die Ortsmitte Thema, in Salem die Ortsmitte und der Wunsch der Gemeinde, Unterzentrum zu werden. Und in Überlingen besucht der Minister die Firma Winkler, die ihm ihre neueste Entwicklung vorstellt.

    „Ich darf Sie zitieren? Sie haben mal gesagt: ‚Minister kommen und gehen, aber Radwege bleiben bestehen‘“, wirbt der Sipplinger Bürgermeister, Anselm Neher, beim Wirtschaftsminister für das, was den Sipplingern besonders am Herzen liegt: Die Schließung der Sipplinger Lücke im Bodenseeradweg. „Die Radfahrer müssen sich auf die gefährliche Seestraße einfädeln. Es ist enorm wichtig, dass dieser Radweg weitergeführt wird“, sagt Neher. „Ich bitte Sie, dass Sie da noch mal Druck reinzugeben.“ Auch gibt Neher seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Antrag der Gemeinde auf Aufnahme ins Landessanierungsprogramm berücksichtigt werde. Nachdem der Uferbereich so attraktiv gestaltet wurde, gehe es nun daran, den Ortskern zu strukturieren. „Wir haben einen wunderschönen Ortsmittelpunkt“, sagt Neher.

    „Sie sind ein typischer, uriger, baden-württembergischer Schultes“, schmunzelt Pfister. „Der stellt sich da hin, lobt mich eine halbe Stunde und spult dann in fünf Minuten ein Millionenprogramm runter.“ Diese Erfahrung macht Pfister auch in Salem, denn das Lob, ein typisch baden-württembergischer Schultes zu sein – erst loben, dann geht’s ums Geld –, lässt er auch dem Salemer Bürgermeister Manfred Härle zuteil werden. Bei Härle setzt Pfister allerdings noch einen obendrauf: „Wenn man Sie so hört, kommt man auf die Idee, Sie für den Marketingbeauftragen des Landes Baden-Württemberg zu engagieren“, antwortet Pfister auf das Loblied des Bürgermeisters auf seine Gemeinde.

    In Sipplingen gratuliert Pfister zu den neu gestalteten Uferanlagen und sagt: „1,6 Millionen Investitionsvolumen, das ist kein Pappenstil. Und da das Land die Hälfte dazugeben konnte, freue ich mich umso mehr, dass ich heute den Eindruck gewonnen habe, dass das Geld gut angelegt ist.“ Zum Radwegproblem sei Hans-Peter Wetzel bereits parlamentarisch aktiv geworden, er wolle aber gern noch Druck in die Sache bringen, verspricht Pfister. Was den Wunsch nach einer Aufnahme ins Landessanierungsprogramm angeht, bremst er aber ein wenig: „1,9 Millionen Bauvolumen und vom Land 1,1 Millionen gefordert, mein lieber Herr Bürgermeister, Sipplingen ist uns lieb und teuer, aber das ist ein gewaltiger Brocken und müsste auf jeden Fall über mehrere Jahre gestückelt werden.“ Das Landessanierungsprogramm sei sechsfach überzeichnet, die Nachfrage liege bei 900 Millionen, der Etat nur bei 150 Millionen. „Es ist ausgeschlossen, alles zu bewilligen. Geduld müssen Sie ein bisschen haben“, sagt Pfister. […]

    In Überlingen besucht Pfister nicht das Rathaus. Das hat aber, wie Hans-Peter Wetzel versichert, nichts damit zu tun, dass Oberbürgermeisterin Sabine Becker ihm, Wetzel, einst den Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr verwehrt hat. Vielmehr hätten ihn die Bürgermeister von Salem und Sipplingen um einen Besuch des Ministers gebeten. […]

    (Südkurier, 1. Februar 2011)

  10. Neue Strecke für hunderte Radler

    CDU-Bundestagsabgeordneter Lothar Riebsamen informiert sich über geplanten Weiterbau des Radwegs.

    Sipplingen (hk) Gute Chancen für den Weiterbau des Bodenseeradwegs in östlicher Richtung sieht CDU-Bundestagsabgeordneter Lothar Riebsamen. Das ließ der Politiker bei seinem Besuch der Gemeinde Sipplingen (wir berichteten) durchblicken. Vor Ort erläuterte Bürgermeister Anselm Neher dem Bundestagsabgeordneten im Beisein einiger Bürger und Gemeinderatsmitglieder die derzeitige Situation.

    Wie mehrfach berichtet, soll der Radweg vom Landungsplatz aus in Richtung Überlingen auf dem Fußweg parallel der Zugstrecke geführt werden. Der Fußweg soll dann verbreitert werden. Danach soll der Radweg auf einer Länge von knapp 900 Metern entlang der Gleise zur Seeseite hin neu angelegt werden. Im Anschluss führt er unter der Bahnlinie und der Bundesstraße hindurch und schließt an einen Wirtschaftsweg an. Derzeit sieht es so aus, als ob die abschnittsweise Führung des Radwegs in Dammlage entlang der Bahnstrecke der Vorzug eingeräumt wird. Die Stegvariante ist aus Kostengründen verworfen worden.

    „Wenn Sie unsere Radler in den Sommermonaten auf der Seestraße beobachten, ist es eine unerträgliche Situation“, hatte Neher beim Neujahrsempfang gesagt. Schon jetzt zählt die Gemeinde werktags im Sommer 600 Radfahrer, an sonnigen Sonntagen bis zu 1500 Radler. Diese Zahl wird laut Regierungspräsidium Tübingen bis 2017 auf 2700 Radfahrer an Sonntagen steigen.

    Die Gemeindeverwaltung hat Neher zufolge „alles getan“, um die Voraussetzungen für die Verlegung des Radwegs in den Uferbereich zu ermöglichen. Allerdings seien zurzeit noch Bodengrunduntersuchungen im Gange, ob nicht ein vor Sipplingen liegendes Pfahlbaufeld von dem Neubau des Radweges betroffen wäre. Auch im Bereich des Naturschutzes seien noch „Widerstände auszuräumen“. Erst wenn diese Arbeiten erfolgt seien, könnten die nächsten Schritte wie die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens erfolgen, so Neher. Der erste Bauabschnitt, der Bau einer Radwegebrücke über die Bundesstraße 31 alt am nordwestlichen Ortseingang Sipplingens, war bereits vor drei Jahren verwirklicht worden.

    (Südkurier, 8. Februar 2011)

  11. Planung: Wetzel will Antworten zum Radweg

    Sipplingen – Wie steht es um die Weiterführung des Radweges in Sipplingen? Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel lässt in dieser Frage nicht locker und hakt nun erneut bei der Landesregierung nach.

    Er erkundigt sich nach dem Stand der Planungen für den Radweg, der an der Bundesstraße 31 alt in östlicher Richtung fortgesetzt werden soll, und die, so Wetzel, „stark ins Stocken geraten sind.“ Wetzel möchte nun eine konkrete Aussage dazu, wann mit dem Beginn der Bauarbeiten zu rechnen sei. Und der Liberale verlangt auch eine Antwort darauf, ob und wie die Landesregierung gedenke, in der kommenden Saison Radfahrer zu schützen, die entlang der Bundesstraße 31 alt durch Sipplingen hindurch fahren. Denn dies, so Wetzel, sei für Radler riskant. Die Straße sei dort nur 6,50 Meter breit.

    (Südkurier, 1. März 2011)

  12. Es wird sich doch hoffentlich bald mal ein Lkw finden lassen, der die Hausecken bei der Poststelle mitnimmt. Dann hoffe ich nicht auf Restaurierung, sondern auf einen Architekten, der eine ansprechende Lösung (mit einer Arkade?) vorschlägt.
    Wenn Sipplingen die Problemlösung Tübingen und einem Regierungspräsidium mit seinen Rennschnecken in dem Straßenbau-Dezernat anvertraut, dann werden weitere Generationen mit solchen Problemen leben müssen. Privateigentum hat sich dem Gemeinwohl zu unterwerfen nach eingehender Güterabwägung, habe ich mal gelernt.

  13. Radweg wieder auf die Tagesordnung

    Gemeinderat soll erneut über mögliche Verbindung Richtung Überlingen diskutieren

    Sipplingen (hk) „Neuen Wind“ in den Radweg, der vom Landungsplatz Richtung Überlingen gebaut werden soll, möchte Bürgermeister Anselm Neher einhauchen. Der Angelegenheit soll sich demnächst wieder der Gemeinderat annehmen, möglichst in Anwesenheit eines Mitglieds des Regierungspräsidiums, „denn sonst hat es keinen Wert.“ Neher erklärte: „Sie wissen, es ist keine gemeindliche Maßnahme, sondern eine Sache des Bundes.“

    Wie mehrfach berichtet, soll der Radweg vom Landungsplatz aus in Richtung Überlingen auf dem Fußweg parallel der Zugstrecke geführt werden. Der Fußweg soll verbreitert, dann der Radweg auf einer Länge von knapp 900 Metern entlang der Gleise zur Seeseite hin neu angelegt werden. Im Anschluss sollte er unter der Bahnlinie und der Bundesstraße hindurchführen und an einen Wirtschaftsweg anschließen. Ursprünglich sollte der Radweg schon 2007 fertig sein. Infolge Auflagen des Umwelt- und Naturschutzes sowie nicht beendeter Grundstücksverhandlungen war der Bau noch nicht möglich.

    Es seien immer wieder zahlreiche Untersuchungen gemacht worden, sagte Neher auf Anfrage. Die ursprünglich beabsichtigte aufgeständerte Bauweise sei mittlerweile infrage gestellt worden. Aus Kostengründen habe man sich durchgerungen, den Radweg auf einen Damm zu bringen. Dazu seien umfangreiche Bodengrunduntersuchungen notwendig gewesen, bezüglich der archäologischen Pfahlbaureste. „Diese sind abgeschlossen worden. Die Pfahlbauten werden nicht berührt“, machte Neher klar. Würde man den Damm weiterverfolgen, müsse man umfassende Bodengrundgutachten angesichts des Bahndamms vornehmen, was für den Laien nur schwer verständlich sei.

    Neher: „Diese sind sehr, sehr teuer.“ Man sei deswegen zu der Auffassung gekommen, dass man den Radweg eventuell auf dem Damm weiterführen und auf die Unterführung verzichte. „Die Überlegung sind da“, so der Bürgermeister. Es handele sich um den Lückenschluss des Bodenseeradweges. „Lückenschlüsse sind immer recht teuer, denn sonst wären solche Lücken gar nicht da. Deswegen hoffen wir auf neuen Wind, vielleicht aus einer anderen politischer Richtung.“ Der Rathauschef sagte weiter, dass man seinerzeit auf einem sehr guten Weg gewesen sei, den Radweg umzusetzen, aber es sei eine „Gegnerschaft“ vorhanden gewesen. Wenn Gegenwind da sei, flössen bei öffentlichen Maßnahmen die Mittel gleich woanders hin. „Ich fand die Argumentation der Gegner damals äußerst bedauerlich“, meinte Neher.

    (SÜDKURIER, 21. Juli 2012)

  14. Radweg ist wieder ein Thema

    Der Bodenseeradweg, der vom Landungsplatz Richtung Überlingen gebaut werden soll, wird wieder aktuell in der Gemeinde Sipplingen. „Die Bundesregierung investiert wieder verstärkt in Radwege; auch wir sollten hier wieder einen Fuß reintun“, sagte Gemeinderat Thomas Seiberle (Freie Wähler). Bürgermeister Anselm Neher machte darauf aufmerksam, dass es eine Angelegenheit des Bundes, nicht der Gemeinde sei.

    „Hier muss der Bund zustimmen“, so der Bürgermeister. Die Kosten seien bisher so hoch, dass diese bisher das größte Hemmnis gewesen seien, so der Rathuschef. „Und das müssen wir überwinden.“ In den zurückliegenden Jahren hätten viele diesbezügliche Gespräche stattgefunden, allerdings ohne Erfolg. Jetzt aber sei man in einer anderen Position, „deswegen gehen wir jetzt die Sache an, sie muss aber gut vorbereitet werden“, so Neher.

    Wie mehrfach berichtet, soll der Radweg vom Landungsplatz aus in Richtung Überlingen auf dem Fußweg parallel der Zugstrecke geführt werden. Der Fußweg soll verbreitert, dann der Radweg auf einer Länge von knapp 900 Metern entlang der Gleise zur Seeseite hin neu angelegt werden. Im Anschluss sollte er unter der Bahnlinie und der Bundesstraße hindurchführen und an einen Wirtschaftsweg anschließen. Ursprünglich sollte der Radweg schon 2007 fertig sein. Infolge Auflagen des Umwelt- und Naturschutzes sowie nicht beendeter Grundstücksverhandlungen war der Bau bisher noch nicht möglich.

    (SÜDKURIER, 21. September 2012)

Kommentieren/Informationen hinzufügen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.