Wasser wird bald teurer

Gemeinderat stellt Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Gemeindewerke Sipplingen fest.

„Es ist absehbar, dass wir den Wasserzins wieder anheben müssen.“ Das sagte Kämmerer Ewald Geßler während der Beratungen zu den Gemeindewerken Sipplingen, deren Jahresabschluss der Gemeinderat in seiner letzten diesjährigen Sitzung feststellte. Der Wasserpreis beträgt seit 1. Januar vorigen Jahres 1,17 Euro je Kubikmeter. Seinerzeit hatte die Gemeinde aus steuerlichen Gründen den Eigenbetrieb mit den Betriebszweigen Wasserversorgung und Stromerzeugung (Fotovoltaikanlagen) gegründet. Der Eigenbetrieb Wasserversorgung war in den Gemeindewerken als Betriebszweig aufgegangen. Die Gemeindewerke versorgen Sipplingen und Süßenmühle mit Trink- und Brauchwasser. Außerdem erzeugen sie durch drei Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Schule und des Feuerwehrgerätehauses Strom und speisen dies in das Netz der EnBW ein.


Das Wirtschaftsjahr 2011 schließt mit einem Verlust von 48 902 Euro ab. Ursächlich dafür ist der Verlust bei der Wasserversorgung mit 52 444 Euro. Bei der Stromerzeugung wurde dagegen ein Gewinn von 3543 Euro verbucht. Im Vorjahr war ein Verlust von lediglich 23 333 Euro ausgewiesen worden (Stromerzeugung Gewinn 3543, Wasserversorgung Verlust 32 810 Euro).

Bürgermeister Anselm Neher sagte, dass im „betagten Leitungsnetz“ sich ansteigende Unterhaltungsaufwendungen insbesondere durch Rohrbrüche bemerkbar machten. So hat sich laut der Wirtschaftsprüfungsanstalt Wibera der Materialaufwand gegenüber dem Vorjahr um 99 800 Euro auf 163 400 Euro erhöht. „Im Bereich der Wasserversorgung ist mindestens eine volle Kostendeckung anzustreben“, so der Bürgermeister. Daher sei auch zum 1. Januar 2011 der Wasserzins von 96 Cent auf 1,17 Euro angehoben worden. Neher: „Diese Anhebung wird wohl nicht ausreichen, um das Ergebnis ausgeglichen zu gestalten.“ Nach seinen weiteren Ausführungen besteht durch Investitionen in den zurückliegenden Jahren im langfristigen Bereich eine größere Deckungsmittellücke, welche derzeit durch Kassenkredite der Gemeinde ausgeglichen werde. (hk)

(SÜDKURIER, 18. Dezember 2012)

Dazu gibt es einen Kommentar/eine weitere Information

  1. Wasser wird bald teurer

    Sipplingen – Gemeinderat verabschiedet Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Gemeindewerke Sipplingen. Wasserpreiserhöhung ist in Sicht.

    Der Wasserpreis in der Gemeinde, der seit 1. Januar 2011 pro Kubikmeter 1,17 Euro beträgt, wird nicht mehr lange zu halten sein. Das kündigte Kämmerer Ewald Geßler an, als der Gemeinderat den Wirtschaftsplan des vor drei Jahren gegründeten Eigenbetriebs Gemeindewerke Sipplingen verabschiedete. „Wir müssen ihn bald erhöhen“, meinte der Finanzchef. Grund seien höhere Verluste im Wassernetz und geplante Investitionen. „Wir haben ein marodes Wassernetz, da brauchen wir gar nicht drumherum zu reden“, ergänzte Bürgermeister Anselm Neher.

    Aus dem Wasserverkauf erwartet die Gemeinde Erträge von 165 000 Euro; eine Kreditaufnahme mit 300 000 Euro ist eingeplant. Zum 1. Januar 2010 hatte die Gemeinde aus steuerlichen Gründen den Eigenbetrieb gegründet. Der Eigenbetrieb Wasserversorgung war in den Gemeindewerken als Betriebszweig aufgegangen.

    „Obwohl der Eigenbetrieb Gemeindewerke keine eigene Rechtspersönlichkeit darstellt, ist die Bewirtschaftung in einer eigenen, separaten Rechnungslegung abzuwickeln“, erläuterte Anselm Neher. Analog zum Haushaltsplan der Gemeinde sei ein eigener Wirtschaftsplan aufzustellen. Dieser beläuft sich auf 534 200 Euro, wovon 196 200 auf den Erfolgsplan und 338 000 Euro auf den Vermögensplan entfallen. Während der Erfolgsplan des Betriebszweiges Wasserversorgung einen Verlust von 2091 Euro aufweist, wird bei der Stromerzeugung mit einem Plus in gleicher Höhe gerechnet. „Damit ist das Ergebnis des Erfolgsplanes ausgeglichen“, meinte Neher. In diesem Jahr sind bei der Wasserversorgung Investitionen in die Verteilungsanlagen in der nördlichen Rathausstraße und am Rathausplatz von 148 534 Euro geplant. Für einen neuen Wasserhochbehälter sind zunächst keine Mittel vorgesehen.

    (SÜDKURIER, 28. März 2013)

    Die Gemeindewerke

    Eigenbetrieb:

    Die Gemeindewerke Sipplingen beinhalten die Betriebszweige Wasserversorgung und Stromerzeugung durch Fotovoltaikanlagen. Seit 1. Januar 2010 werden sie als Eigenbetrieb ohne eigene Rechtspersönlichkeit geführt.

    Zweckverband:

    Sipplingen ist Mitglied im Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung (BWV). Den größten Teil des Frischwassers bezieht die Gemeinde vom Zweckverband. Es wird grundsätzlich mit eigenem Quellwasser vermischt und in das Ortsnetz eingespeist. Aufgrund von Schwierigkeiten bei den eigenen Quellen speist die Gemeinde derzeit jedoch nur Wasser der BWV in das Ortsnetz ein. Dafür zahlt sie 42 000 Euro im Jahr. Die technische Betreuung im Betriebszweig Wasserversorgung erfolgt durch die BWV. Seit 1. Januar 2011 beträgt der Wasserpreis 1,17 Euro je Kubikmeter.

    Fotovoltaik:

    Auf den Dächern der Grund- und Hauptschule und des Feuerwehrhauses sind Fotovoltaikanlagen vorhanden. Der Strom wird in das Netz der EnBW eingespeist. Dafür erhält der Eigenbetrieb eine mengenabhängige Einspeisevergütung.

    (SÜDKURIER, 28. März 2013)

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