Dächer liefern bald Energie

Die Gemeinde Sipplingen errichtet derzeit mehrere Fotovoltaikanlagen. Aus diesem Grund wird rückwirkend zum 1. Januar ein Eigenbetrieb „Gemeindewerke Sipplingen“ mit den Betriebszweigen Wasserversorgung und Stromerzeugung gegründet.

Sipplingen – Die Betriebssatzung für die „Gemeindewerke Sipplingen“ hat der Gemeinderat in seiner ersten öffentlichen Sitzung des Jahres 2010 beschlossen. Damit tritt die Satzung des bisherigen gemeindlichen Eigenbetriebes Wasserversorgung außer Kraft.


Wie Bürgermeister Anselm Neher erläuterte, war ursprünglich vorgesehen, die in der Gemeinde geplanten Fotovoltaikanlagen als so genannten Regiebetrieb wie beispielsweise Friedhof oder der Bauhof im Haushalt der Gemeinde abzuwickeln. Dies sei auch im vorjährigen Nachtragshaushalt so dargestellt worden. Der Rathauschef informierte weiter, dass laut Finanzamt und den neuesten Erkenntnissen Fotovoltaikanlagen den Versorgungsbetrieben zuzuordnen sind. Bisher gebe es in Sipplingen diesbezüglich nur den Eigenbetrieb Wasserversorgung. „Es ist daher zur Klarheit und zur besseren Darstellung und als Grundlage für Steuererklärungen zweckmäßig, einen Eigenbetrieb Gemeindewerke Sipplingen mit den Betriebszweigen Wasserversorgung und Stromerzeugung zu gründen“, sagte Neher. Auch zur gegenseitigen Verrechnung von eventuellen steuerlichen Gewinnen sei die Abwicklung in einem Eigenbetrieb vorteilhaft.

Sowohl auf dem Dach der Grund- und Hauptschule als auch auf dem Dach des zu erneuernden Feuerwehrgerätehauses sollen Fotovoltaikanlagen installiert werden. Auf dem sanierten Schuldach ist die erste Anlage für 121 000 Euro bereits installiert worden, eine weitere für 87 000 wird folgen. „Das Dach hat eine sehr gute Südausrichtung, welche geradezu prädestiniert ist zur Stromerzeugung“, sagte Neher nach der Installierung. Auf Grund der Südausrichtung werden die Anlagen mit kristallinen Siliziumsolarzellen bestückt. Auf dem neuen und flachen, rund 180 Quadratmeter großen Dach des Feuerwehrgerätehauses wiederum soll eine Fotovoltaikanlage mit Dünnschichtmodulen für 46 000 Euro errichtet werden.

Der Bau dieser Anlagen für insgesamt 254 000 Euro soll Neher zufolge mit einer Kreditaufnahme finanziert werden. Die im Haushalt 2009 ausgewiesene Kreditermächtigung müsse durch die Einbringung der Anlagen in den Eigenbetrieb nicht in Anspruch genommen werden. Allerdings müsse im Wirtschaftsplan des neuen Eigenbetriebes die Kreditaufnahme veranschlagt werden, so der Rathauschef.

Das Stammkapital des Eigenbetriebes wird auf 250 000 Euro festgesetzt. Über alle Angelegenheiten des Betriebs, der keine Gewinne erzielt, entscheidet der Gemeinderat. Die Satzung gilt rückwirkend zum 1. Januar. Gleichzeitig tritt die Betriebssatzung für den Eigenbetrieb Wasserversorgung Sipplingen vom 15. Dezember 2003 außer Kraft.

(Südkurier, 29. Januar 2010)

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