Die Verkehrs- und Parkplatzsituation während der Sommermonate

Durch die neue Uferkonzeption wird unsere Gemeinde vor allem für Tagestouristen und Radfahrer noch attraktiver. Dies hat allerdings auch ein insgesamt höheres Verkehrsaufkommen und eine zunehmende Belastung unserer Infrastruktur zur Folge. Dabei wäre meiner Meinung nach die Grenze des Zumutbaren (im Sinne des sanften Tourismus mit wirklichem Erholungswert) bereits dann erreicht, wenn die bestehenden Parkplatzkapazitäten ausgeschöpft sind.


Leider geht uns Einheimischen und unseren wirklich gewinnbringenden Feriengästen vor allem an den Wochenenden immer mehr an Wohn- und Lebensqualität verloren. Oft findet man weder ein nettes Plätzchen noch die Ruhe, um den See und sein Ufer hier vor Ort zu genießen. Die innerörtliche Verkehrsbelastung ist teiweise unerträglich. Während die Tagestouristen ihre Fahrzeuge in den Wohngebieten verteilen, um sich die ohnehin geringen Parkgebühren einzusparen, müssen wir Anwohner und unsere Gäste zunehmend auf unsere Stellplätze verzichten. Die vielen am Straßenrand oder auf Gehwegen abgestellten Autos sind nicht nur optisch ein Ärgernis, sondern stellen auch ein Sicherheitsrisiko dar (Versperrung von Rettungswegen, Gefährdung spielender Kinder u.v.m.)


Meine Vorschläge

  • An die Sipplinger Bevölkerung werden – je nach Bedarf an Stellplätzen plus für eine gewisse Anzahl an Gästen – Parkberechtigungsausweise ausgegeben. Mit diesen Ausweisen darf innerorts geparkt werden, ohne wird ein Verwarnungsgeld fällig. Natürlich bedarf es dann entsprechender Kontrollen.
  • Die Mieter von Bootsliegeplätzen erhalten verbilligte Dauerparkscheine.
  • Die Parkgebühren für Tagestouristen werden erhöht, zumal die Nutzung der Uferanlagen kostenfrei ist.

Was halten Sie von meinen Vorschlägen?

Dazu gibt es 56 weitere Kommentare/Informationen

  1. Hi Jürgen,
    die Problematik sehe und verstehe ich. Nur bekomme ich Magenschmerzen, wenn mal wieder alles über den Geldbeutel geregelt werden soll. Gerade so wie es uns unsere Politiker ja schon zur genüge vormachen.
    Das mit den Parkberechtigungsscheinen hinterlässt so einen schalen Geschmack! „Wer bezahlt darf (auch das Dorf zuparken?), alle anderen sollen verwarnt werden“ – hmm.

    Sorry etwas kritisch, aber mich erinnert das an die kleinen Fischerdörfer am Lago Di Komo, mit nem Parkplatz vor dem Ort, und mit dem Auto rein dürfen nur Hotelgäste und Anwohner, der Rest hat 1 km zu laufen oder es zu lassen. (Ich hab’s immer gelassen!)

    Ruhiger würde es bestimmt!

    Wer einen Fehler findet kann Ihn gerne behalten! 🙂

    Liebe Grüße aus der Seestr.
    Jürgen Tylla

    1. Hallo Jürgen aus der Seestraße,

      danke für Deine Rückmeldung.

      Die Park- und Verkehrsbelastung ist wohl im westlichen Teil Sipplingens am größten. Hast Du eventuell einen alternativen Vorschlag, wie man die dortigen Anwohner entlasten und den Erholungswert unserer Gemeinde bzw. unsere Lebensqualität insgesamt wieder steigern könnte?

  2. Ich denke, bevor wir mit Parkscheinen und Verwarnungen anfangen, die Sache kompliziert zu machen, sollten wir (die Gemeinde) uns erstmal entschlossen dafür einsetzen, daß der öffentliche Nahverkehr optimiert wird. So liegen die Pläne für eine Bodensee-S-Bahn, die im Halbstundentakt in beide Richtungen rund um den See fährt, schon seit Jahren in der Schublade. Doch den betroffenen Seeanlieger-Gemeinden (auch unserer) fehlt es hier an Willen und Entschlossenheit, dieses Projekt zu unterstützen.

    1. Lasst diese Pläne ruhig weiter in der Schublade ruhen und zockt die Besucher ab! Parken angebl. im Landschaftsschutzgebiet (nicht ausgewiesen) 35,00 €. Diese Gemeinde muss es ja nötig haben.

      Was machen eigentlich die gewählten Entscheidungsträger, dass hier nichts geändert wird an der bekannten Parksituation, sondern sporatisch Strafzettel verteilt werden? Noch nicht einmal hier gibt es Gerechtigkeit. Wenn man schon soweit geht, dass Strafzettel verteilt werden müssen, dann auch den ganzen Tag und nicht nach Lust und Laune!

  3. Auf jeden Fall fände ich es sinnvoll Parkberechtigungen nur für Einwohner zu erstellen. Da der Eintritt in das Strandbad kostenfrei ist werden wir sonst an schönen Wochenenden im Sommer ein zugeparktes Dorf haben. Das hat sich schon in den vorigen Jahren gezeigt, als nur der Bereich um den Kinderspielplatz eintrittfrei war (obwohl ja dort laut Beschilderung baden usw. nicht gestattet ist/war). Was dort abends z.T. für Müll hinterlassen wurde war sehr ärgerlich. Diese Kosten könnten meinetwegen durch eine Erhöhung der Parkgebühren getragen werden.

  4. Vielleicht wäre es auch eine Lösung, alle öffentlichen, innerörtlichen Parkmöglichkeiten farblich zu markieren. Damit lenkt mal schon mal, wo geparkt werden darf und wo nicht.
    Jeder Einwohner, der keinen Stellplatz auf Privatgrund hat, kann dann einen solchen öffentlichen Stellplatz per Jahresmiete pachten (z.B. für 20 Euro/Monat). Die öffentlichen Stellplätze, die nicht vermietet sind, sind für jeden zugänglich, egal ob Einheimischer oder Tourist.
    Die Parkgebühren für die „Parkplätze mit Seesicht“ beim Strandbad sollten deutlich erhöht werden (z.B. 1 Euro/Stunde), egal ob Einheimischer, Bootsbesitzer oder Tourist.
    Von den Einnahmen kann die Gemeinde einen Controletti einstellen, der alle Autos, die auf öffentlichem Verkehrsraum außerhalb der markierten Stellplätze parken, konsequent abschleppen läßt, egal ob Einheimischer oder Tourist.

  5. Die Saison 2009 übertrifft die Befürchtungen: Immer mehr Tagestouristen kommen in Sipplingen voll auf ihre (relativ geringen) Kosten. Wir Einheimischen und unsere Feriengäste leiden zunehmend unter den daraus resultierenden Begleiterscheinungen. An schönen Sommertagen wird unsere Gemeinde ihrem wertvollen Prädikat „Erholungsort“ so nicht mehr gerecht. Dafür bräuchten wir Klasse statt Masse, sanften Tourismus statt maßlosen Tagestourismus.

    Andere Kommunen setzen wirksame Regulierungsinstrumente ein. Wieso sollte das nicht auch bei uns gelingen?
    Möchten auch Sie die Missstände nicht länger hinnehmen? Dann sprechen Sie bitte unsere Entscheidungsträger an und drängen Sie auf entsprechende Gegenmaßnahmen.

    Gleichzeitig könnten wir Bürger selbst aktiv werden und Lösungsvorschläge einbringen. Da Einzelbeschwerden und -initiativen erfahrungsgemäß nur wenig bewirken, erscheint es sinnvoller, gemeinsam zu agieren. Je nach Unterstützerzahl stehen uns dabei verschiedene Wege offen (vgl. hier).

    Mit Hilfe der „Bürgerbefragung Sommer 2009“ möchte ich feststellen, wer ebenfalls Handlungsbedarf sieht und wer sich in welcher Weise für eine Entschärfung der Situation einsetzen möchte. Die Fragen lauten:

    1. Sind Sie der Meinung, dass Handlungsbedarf besteht?
    2. Haben Sie konkrete Lösungsvorschläge und können Sie diese in ein gemeinsames Konzept einbringen?
    3. Werden Sie ein gemeinsames Konzept bei Gefallen mit Ihrer Unterschrift unterstützen, um eine entsprechende Form der Bürgerbeteiligung durchzusetzen?
  6. Ein neidischer Blick Richtung Untersee zeigt, wo auch bei uns die Lösung dieser Problematik liegen könnte: Die Gästekarten der deutschen Unterseegemeinden gelten seit diesem Jahr gleichzeitig als Fahrkarte für alle Busse und Bahnen des Verkehrsverbundes Hegau-Bodensee (VHB), die damit kostenlos benutzt werden können. Damit wird den Feriengästen das Umsteigen vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel besonders leicht gemacht. Auf diese Weise sind Wanderungen und Ausflüge zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten bequem und ohne Stress möglich.

    Bei uns am nördlichen Bodenseeufer könnte eine ähnliche Vereinbarung mit dem Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (BODO) getroffen werden. Wenn dann noch im Sinne eines „sanften Tourismus“ den Feriengästen die Anreise mit der Bahn durch Vergünstigungen schmackhaft gemacht werden würde, so daß sie ihr Auto Zuhause stehen lassen könnten, würde die derzeitige Verkehrs- und Parkplatzsituation im Sommer wesentlich entschärft.

    1. Einige Passagen aus dem SÜDKURIER-Beitrag „Tourismus auf dem Prüfstand“ zur Situation in Bodman-Ludwigshafen:

      […] die Kurzfristigkeit der Übernachtungen mache den Zimmervermietern zu schaffen – wie an allen anderen Orten am Bodensee auch. […]

      An erster Stelle nannte sie [Caroline Kusch, Leiterin der Tourist-Information in Bodman-Ludwigshafen] den Durchgangsverkehr, die Lastwagen, „die durch die Ortsmitte donnern“. Der Lastkraftverkehr sei „verheerend“ für Ludwigshafen und insbesondere für den Tourismus, stimmte der stellvertretende Bürgermeister Alessandro Ribaudo zu. Birgit Homburger schlug vor, sich nach der Wahl mit dem zukünftigen verkehrspolitischen Sprecher die Probleme nochmals anzuschauen. Als Übergangslösung warf sie das Stichwort „Zielverkehr“ [der Teil des Verkehrs, der in der betrachteten Verkehrszelle endet] in die Runde. […]

      Die Verantwortlichen in Bodman-Ludwigshafen bedauern zudem, dass es immer noch keine Kooperation mit dem Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (Bodo). Denn viele ihrer Gäste ziehe es eher in Richtung Überlingen oder Meersburg […]. Immer wieder werde man gefragt, ob es denn keine Gästekarte gebe, die es möglich mache, öffentliche Verkehrsmittel auch am nördlichen Bodenseeufer zu nutzen. […]

  7. Kurtaxe wird teurer(SÜDKURIER, 28. Oktober 2009)

    [...] Einstimmig hat der Gemeinderat Sipplingen in seiner jüngsten Sitzung einer Erhöhung der Kurtaxe zugestimmt. Ab 2010 steigt der Betrag von 75 Cent auf einen Euro pro Person und Nacht. Die Jahreskurtaxe kostet künftig 50 statt 36 Euro. „Wir haben die Kurtaxe mit den Beträgen in anderen Gemeinden verglichen und entsprechend angepasst“, sagte Bürgermeister Anselm Neher. Auch nach der Erhöhung liege Sipplingen noch im günstigen Bereich.

    „Wir sind ein sehr attraktives Dorf am See und haben in letzter Zeit viel Geld investiert“, begründete der Rathauschef. Als Beispiel nannte er das Strandbad. Durch die Erhöhung der Kurtaxe soll die Gemeindekasse wieder aufgefüllt werden. „Wir möchten auch adäquate Einnahmen“, sagte Neher. Karl Hepp (CDU) war zwar für die Erhöhung, fand die Begründung aber nicht einleuchtend. „Der Löwenanteil der Besucher im Strandbad zahlt keine Kurtaxe“, gab das Ratsmitglied zu bedenken. Die Kosten für das neue Strandbad würden durch Mehreinnahmen aus der Kurtaxe nicht ins Bad zurückfließen. [...]

    1. Nun werden also ausgerechnet diejenigen, die neben uns Einheimischen am meisten unter den Folgen des ausufernden Tagestourismus leiden und den sinkenden Erholungswert beklagen, mit einer Gebührenerhöhung um über 33 Prozent zur Kasse gebeten.

  8. „Bürgerinformation: Stadt stellt Parkkonzept für die Unterstadt vor“
    (Pressemitteilung der Stadt Ravensburg, 4. November 2009)

    Am kommenden Montag 9. November 2009 stellt die Stadt Ravensburg das künftige mögliche Parkkonzept für die Unterstadt öffentlich vor.

    Das Parkkonzept ist das Ergebnis von Beratungen einer gemeinsamen Planungsgruppe, bestehend aus interessierten Bürgern und der Verwaltung. Diese Gruppe hatte sich nach der Bürgerinformation zur Umgestaltung der Obere Breite Straße gebildet.

    Die Bürgerinformation mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion findet im Schwörsaal (Waaghaus, Marienplatz) statt. Beginn ist um 18.30 Uhr.

    Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind willkommen.

  9. Aus der Rede von Bürgermeister Anselm Neher anlässlich des Neujahrsempfangs am 8. Januar 2010, abgedruckt im Mitteilungsblatt der Gemeinde Sipplingen (2010, Nr. 2):

    Gerade im Uferbereich ist die Balance zwischen Tradition und Innovation zu beweisen. Die neuen Gedanken die hier umgesetzt wurden, werden als beispielhaft am See angesehen. Das beweist, der große Zuspruch der vielen Gäste und die konzentrierte Belegung unserer Parkplätze. In den Sommerwochen fast zu viel des Guten. Unser Ort ist zugeparkt, die Anwohner klagen. Wir müssen handeln.

    Mehr Parkplätze sind wegen der uns umgebenden Natur- und Landschaftsschutzgebiete kaum möglich und ehrlich gesagt würde unser Dorf und unser Strandbad noch mehr Besucher aufnehmen können? Wohl nicht, denn deshalb gilt es die vorhandenen Parkplätze als Regulativ anzusehen und vor allem die Parkierung im Dorf nach Möglichkeit in den Griff zu bekommen. In der letzten Klausurtagung sind Möglichkeiten aufgezeichnet worden, die wir in nächster Zeit noch ausarbeiten und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorlegen. Aber machen wir uns nichts vor, einen Königsweg gibt es hier nicht, aber wir möchten doch das Mögliche tun, ohne dabei unser Image als offenes und gastfreundliches Dorf in Frage zu stellen.

  10. Bürger werden bald informiert

    Sipplingen (hk) – Künftig sollen Autofahrer, die ihr Fahrzeug in den Straßen „Im Leimacker“ und „Im Horn“ abstellen, zur Kasse gebeten werden. Außerdem ist dort eine andere Beschilderung beabsichtigt. „Die Anlieger leiden vor allem im Sommer unter dem massiven Parken“, begründete Bürgermeister Anselm Neher im Gemeinderat das Vorhaben, dass in den beiden Straßen künftig Parkgebühren entrichtet werden sollen. Für weitere Erläuterungen kündigte er für Mittwoch, 10. März, 19 Uhr, eine entsprechende Bürgerinformation im Bürgersaal des Rathauses an. Angesprochen werden sollen dabei unter anderem Parkregelungen für die Anwohner und Feriengäste.
    (Südkurier, 27. Februar 2010)


    Erg. vom 6. März 2010:

    Zur Bürgerinformation

    am Mittwoch, dem 10.03.2010 um 19.00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses lade ich Sie herzlich ein.

    Thema:
    Parkprobleme im westlichen Gemeindebereich während der Sommermonate

    Die Verwaltung wurde vom Gemeinderat beauftragt ein Konzept für die Parkraumbewirtschaftung im Bereich der westlichen Wohnstraßen zu erarbeiten.

    Wir möchten mit der Bevölkerung, insbesondere mit den betroffenen Anliegern, über die Möglichkeiten diskutieren und Sie um Anregungen bitten.

    Ihr
    Anselm Neher
    Bürgermeister

    (Mitteilungsblatt der Gemeinde, Ausgabe 2010, Nr. 9)

  11. Ausgabe 2010, Nr. 11 (Auszüge):

    Sitzung des Gemeinderates

    Am Mittwoch, dem 24. März 2010 findet um 20.00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses eine Sitzung des Gemeinderates statt, zu der die Bevölkerung recht herzlich eingeladen ist.

    Tagesordnung:
    I. öffentlicher Teil
    […]
    3. Parksituation im westlichen Gemeindegebiet
        - Vorstellung der Konzeption und Ausführungsbeschluss […]

    1. Bei diesem Tagesordnungspunkt gelang es dem Gemeinderat, während der Aussprache eine Lösungsvariante zu entwickeln, die meines Erachtens besser als die zunächst vorgeschlagenen Konzepte ist. Weitere Informationen folgen in Kürze…

    2. Ausgabe 2010, Nr. 13 (Auszüge):

      Kurzbericht zur öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 24.03.2010

      […] Nach allgemeinen Informationen des Bürgermeisters und Wünschen und Anregungen aus den Reihen des Gemeinderates ging es um die Parksituation im westlichen Gemeindegebiet und die Vorstellung der Konzeption hierzu. In einem äußerst informativen und professionellen Vortrag wurden von Herrn Polizeihauptkommissar Georg Kuhn von der Polizeidirektion Friedrichshafen die Entwicklungen der Parkplatzsituation in Sipplingen, deren Auswirkungen und das Paket der verschiedenen Lösungsansätze vorgestellt. In der anschließenden Beratung wurden diese engagiert diskutiert und verschiedene Vorschläge vorgetragen. Schließlich konnte mit großer Mehrheit ein Konsens gefunden werden und so wird zunächst für die kommende Saison im westlichen Gemeindegebiet eine Parkzone eingerichtet und auf eine Bewirtschaftung mit Aufstellen entsprechender Parkscheinautomaten verzichtet. Vielmehr wird im betroffenen Bereich eine Parkscheibenpflicht bei einer Höchstparkdauer von 2 Stunden eingeführt. Gleich im Anschluss stimmte der Gemeinderat ebenfalls mit großer Mehrheit einer deutlichen Anhebung der Parkgebühren für die bewirtschafteten Parkflächen zu. Eine entsprechende Änderungssatzung wird für die Aprilsitzung ausgearbeitet. […]

    3. Parken wird deutlich teurer

      Sipplingen (hk) Im westlichen Gemeindegebiet wird ab Ostern bis Martini eine Parkscheibenpflicht in der Zeit von 9 bis 19 Uhr bei einer Höchstparkdauer von zwei Stunden eingeführt. Außerdem werden die Parkgebühren für die bewirtschafteten drei Parkflächen in der Gemeinde deutlich angehoben.

      Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Zusammenkunft. Anlass dafür ist die insbesondere im Sommer verheerende Parksituation, die für Bewohner und Besucher gleichermaßen belastend ist. Aus diesem Grund wird schon seit längerem nach entsprechenden Lösungen und Konzeptionen gesucht. „Einen Königsweg wird es aber nicht geben“, stellte Bürgermeister Anselm Neher fest.

      Der Gemeinderat hatte sich im November des Vorjahres nach einer vorangegangenen Klausurtagung positiv für eine Parkraumbewirtschaftungszone (PRB) ausgesprochen. Die mögliche neue Konzeption stellte Polizeihauptkommissar Georg Kuhn von der Polizeidirektion Friedrichshafen Anfang März während einer Bürgerinformation vor. Die Einwohner sprachen sich zum überwiegenden Teil für eine konsequente Überwachung durch den Gemeindevollzugsdienst aus, ebenso für eine Parkraumbewirtschaftungszone mit Automaten und die Ausstellung von Anliegerparkausweisen. Wie Neher weiter sagte, könnten im westlichen Gemeindegebiet sieben Automaten inklusive neuer Beschilderung angeschafft werden, die Kosten von 25 000 Euro seien im diesjährigen Haushalt enthalten.

      Kuhn stellte dem Ratgremium noch einmal die Entwicklung der örtlichen Parkplatzsituation, deren Auswirkungen und das Paket der verschiedenen Lösungsansätze vor. Er verdeutlichte, dass das öffentliche Parkplatzangebot im Sommer total erschöpft sei, teilweise katastrophale Parkverhältnisse herrschten, ganze Straßenzüge und Kurvenbereiche sowie Gehwege komplett zugeparkt seien. Außerdem sei versetztes Parken mit Durchfahrtsbehinderung und das widerrechtliche Belegen von privatem Parkraum zu beobachten. Er schlug eine Parkraumbewirtschaftungszone vor, einem seit September 2009 neuen Instrument der Straßenverkehrsordnung, in der nur mit Parkscheibe oder Parkschein geparkt werden dürfe. Durch Zusatzzeichen könnten Anwohner davon freigestellt werden.

      Unterschiedlich waren die Ansichten der Bürgervertreter. Während sich Josef Dichgans (CDU) gegen neue Parkplätze und insbesondere gegen eine Parkraumbewirtschaftungszone aussprach („die Parknot wird sich verlagern“), aber für strengeres Kontrollieren votierte, war Clemens Beirer (CDU) für eine Parkraumbewirtschaftungszone mit einer Bürgerfreigabe für ein bestimmtes Zeitfenster.

      Elisabeth Lohrer (CDU) plädierte für ein „rigoroses Knöllchen verteilen und abschleppen lassen“, auch Thomas Biller (FW) sah im Abschleppen die einzige Möglichkeit einer Regulation. „Das wird sich rumsprechen“, war er sich sicher.

      Nachdem sich Eberhard Widenhorn (CDU) für eine Zwei-Stunden-Zeitzone mit Parkscheibe ausgesprochen hatte („eine Parkraumbewirtschaftungszone wird unsere Probleme nicht lösen“), beantragte Karl Hepp (CDU) eine solche Parkscheibe versuchsweise für ein Jahr inklusive einer strengeren Überwachung.

      Die Bürgervertreter einigten sich, für die kommende Saison im westlichen Gemeindegebiet eine Parkzone einzurichten, aber auf die Bewirtschaftung mit dem Aufstellen entsprechender Parkscheinautomaten zu verzichten. Vielmehr wird eine Parkscheibenpflicht bei einer Höchstparkdauer von zwei Stunden eingeführt.

      Außerdem votierten sie bei den Gegenstimmen von Thomas Seiberle (FW) und Josef Dichgans (CDU) für eine deutliche Anhebung der Parkgebühren (siehe Infokasten). Eine entsprechende Änderungssatzung wird für die Aprilsitzung ausgearbeitet. „Der erste Schritt ist getan“, freute sich Neher.

      Parkgebühren

      Für den Parkplatz West (P1) müssen künftig 30 Cent statt bisher 15 Cent je angefangene halbe Stunde im Zeitraum von 9 bis 19 Uhr bezahlt werden. Die maximale Parkdauer beträgt nach wie vor zehn Stunden. Für den Parkplatz westlich des Bahnhofs (P2) zahlt man 40 Cent je angefangene halbe Stunde (bisher: 10 Cent je zehn Minuten) bei einer maximalen Parkdauer von sieben Stunden.

      Das bedeutet eine Erhöhung um 10 Cent pro halbe Stunde.

      Auf dem Landungsplatz (P3) mussten bis jetzt 10 Cent je zehn Minuten entrichtet werden. Künftig sind es 50 Cent pro halbe Stunde – eine Steigerung um 20 Cent pro halbe Stunde. Die Höchstparkdauer beträgt hier nach wie vor drei Stunden.

      Dauerparkschein-Inhaber wie Besitzer von Bootsliegeplätzen und Auswärtige, die in Sipplingen beschäftigt sind, müssen jetzt 35 statt 25 Euro jährlich berappen. Für diesen Betrag können sie aber beliebig lang parken.

      (Südkurier, 01. April 2010)

      1. Kurzbericht zur Gemeinderatssitzung vom 21.04.2010:

        [...] Danach beschloss der Gemeinderat die Änderung der Parkgebührensatzung, nachdem das Gremium sich bereits in der vorausgegangenen Sitzung ausführlich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Die Satzungsänderung mit den neuen Gebührensätzen wird in diesem oder einem der nächsten Mitteilungsblätter abgedruckt. […]
        Zur Milderung der Parkplatzsituation wurden mehrere Standorte untersucht und das Gremium stimmte dem Vorschlag zu, zunächst eine Erweiterung des Parkplatzes West nach Westen anzustreben, wobei von den möglichen Genehmigungsschwierigkeiten wegen der Lage im Landschaftsschutzgebiet Kenntnis genommen wurde. Mittelfristig sind in diese Überlegungen auch Standorte nördlich des Friedhofes und beim alten Sportplatz als Wanderparkplatz einzubeziehen. […]

  12. Ja zu höheren Parkgebühren

    Sipplingen (hk) Jetzt ist es amtlich: Der Gemeinderat hat die Parkgebühren laut Satzung geändert. Bereits bei der Sitzung zuvor hatte sich das Gremium neben der Erhöhung dieser Gebühren für eine Einrichtung einer Parkzone im westlichen Gemeindegebiet ausgesprochen (wir berichteten).

    Die Gebühren gelten vom Ostern bis Martini täglich von 9 bis 19 Uhr. Für den Parkplatz West (P1) müssen jetzt 30 Cent statt bisher 15 Cent je halbe Stunde bezahlt werden. Die maximale Parkdauer beträgt nach wie vor zehn Stunden. Für den Parkplatz westlich des Bahnhofs (P2) zahlt man 40 Cent je angefangene halbe Stunde (bisher 10 Cent je zehn Minuten) bei einer maximalen Parkdauer von sieben Stunden. Das bedeutet eine Erhöhung um 10 Cent pro halbe Stunde. Auf dem Landungsplatz (P3) mussten bis jetzt zehn Cent je zehn Minuten entrichtet werden. Künftig sind es 50 Cent pro halbe Stunde – eine Steigerung um 20 Cent pro halbe Stunde. Die Höchstparkdauer beträgt hier nach wie vor drei Stunden.

    Im Zusammenhang mit den Parkgebühren hat die Verwaltung gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Raff vier Vorschlage über mögliche Parkplatzerweiterungen erarbeitet. Laut Bürgermeister Anselm Neher könnte der Parkplatz West nach Westen erweitert werden, indem hier drei gemeindeigene Grundstücke zur Verfügung gestellt werden. Dadurch könnten 23 neue Parkplätze auf Schotterrasen ausgewiesen werden. Die Kosten betragen 23 000 Euro. Außerdem besteht die Möglichkeit eines Umbaus der bestehenden Längsparker des Parkplatzes West zu einer Schrägaufstellung. Neher: „Das bedeutet, dass der nördliche verlaufende Wall abgegraben und mit Mauerscheiben befestigt werden muss.“ Das würde rund 5700 Euro kosten, elf zusätzliche Parkplätze wären das Resultat.

    Möglichkeit drei sieht vor, neue Parkplätze nördlich des Friedhofes anzulegen. Hierzu könnten drei gemeindeeigene Grundstücke für die Schaffung von 55 neuen Parkplätzen zur Verfügung gestellt werden. Kostenpunkt: 53 000 Euro. Außerdem könnten neue Parkplätze nördlich des alten Sportplatzes entstehen. Im Bebauungsplan „Längerach“ sind solche auf einem Privatgrundstück ausgewiesen. Nach der Planung könnten dort 38 Parkplätze insbesondere als Wanderparkplätze für 31 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Neher schlug vor, lediglich die Erweiterung des Parkplatzes West näher ins Auge zu fassen.

    Kritik gab es von Josef Dichgans (CDU). Seiner Meinung nach kämen bei mehr Parkplätzen mehr Menschen nach Sipplingen. Das wiederum verursache zunehmenden Parkplatzmangel. „Wir erhöhen dadurch eigentlich nur die Nachfrage und damit die Misere“, sagte er. Bei seiner Gegenstimme beschlossen die Bürgervertreter, einen für die Parkplatzerweiterung West naturschutzrechtlichen Antrag zu stellen.

    (Südkurier, 24. April 2010)

    1. Wer Parkplätze sät, wird Verkehr ernten. Wollen die Sipplinger wirklich noch mehr Verkehr, Autos, Krach und Häßlichkeit und dafür noch mehr Grünflächen opfern?

  13. Das Tourismuskonzept des CDU Ortsverbands Uhldingen-Mühlhofen zeigt, dass in anderen Seegemeinden bereits ein Umdenken stattfindet. Insbesondere die von mir rot hervorgehobenen Passagen belegen eine fortschrittliche Denkweise, die in unserem Gemeinderat dem Abstimmungsergebnis nach offensichtlich nur von Josef Dichgans geteilt wird:

    Vorschläge zur Tourismuskonzeption Uhldingen-Mühlhofen
    Arbeitskreis Tourismus
    März 2008
    […]

    4. Zielsetzung und Maßnahmen zur Zielerreichung

    Die entscheidende Frage im Tourismus in der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen ist die Frage, „Wohin soll sich der Tourismus in den nächsten Jahren entwickeln?“
    Auf diese Frage gibt es nach wie vor keine, oder nur unzureichende Antworten.

    In der Tourismuskonzeption der Gemeindeentwicklungsplanung Uhldingen-Mühlhofen der Kommunalentwicklung Baden-Württemberg GmbH von 1994 sind bereits damals umfangreiche Untersuchungen durchgeführt worden. Darin wurde empfohlen ein „Leitbild Uhldingen-Mühlhofen“ zu entwickeln und den Tourismus daran entlang weiterzuentwickeln. Dieses „Leitbild Uhldingen-Mühlhofen“ […] beinhaltete ein konsequentes Verfolgen eines umwelt- und sozialverträglichen Tourismus unter den Voraussetzungen der Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit. Bis heute sind sehr viele Punkte dieses Leitbildes umgesetzt. Einige damals „revolutionäre“ Dinge, vor allem im Umweltbereich sind heute selbstverständliches Allgemeingut geworden.

    Nach beinahe 15 Jahren ist es nun dringend geboten für die nächsten 10-20 Jahre Ziele zu formulieren und Maßnahmen zu treffen, um diese Ziele auch erreichen zu können.

    Die Maßnahmen müssen geeignet sein die formulierten Ziele zu erreichen. Sie müssen der Zielsetzung entsprechen und dürfen diese nicht negativ beeinflussen.

    4.1. Wirtschaftsfaktor Tourismus erhalten und stärken

    […]
    Eine Steigerung der Zahl der Tagesbesucher ist unter unterschiedlichen Gesichtspunkten zu betrachten.

    Die überwiegende Zahl von Tagesbesuchern reist nach wie vor mit dem eigenen PKW an. Viele Besucher entschliessen sich bei schönem Wetter kurzfristig für einen Tagesausflug an den Bodensee, insbesondere an den Wochenenden. Dabei kommt es dann regelmäßig zu Kapazitätsproblemen mit dem vorhandenen Parkraum bei den Parkplätzen an der Birnau, beim Ortsrandparkplatz, in Seefelden, entlang der Kreisstrasse nach Meersburg und an anderen Plätzen. Der Verkehr beeinträchtigt in nicht unerheblichem Mass den Erholungswert.

    An den stark frequentierten Wochenenden in der Hauptsaison wird die Grenze der Belastungsfähigkeit heute schon erreicht oder überschritten. Eine Angebotserhöhung von Parkraum würde noch mehr Besucher anziehen und die Verkehrsbelastung würde noch weiter steigen.
    Als negatives Beispiel stehen die „Meersburger Verhältnisse“, die sich dadurch auszeichnen, dass in der Saison an Wochenenden in der Meersburger Unterstadt fast kein Durchkommen mehr möglich ist und dies vom Besucher zunehmend als störend empfunden wird.

    Eine übermäßige Steigerung der Zahl der Tagesbesucher würde irgendwann zu einer Verringerung von Übernachtungen führen, da der Erholungswert für die Gäste sinken würde. Die einheimische Bevölkerung selbst wäre in einem hohen Maße belastet, was möglicherweise dazu führen würde, dass die Akzeptanz für die Ausgaben der Gemeinde für den Tourismus zurückginge. […]

    Mit Hilfe der Parkraumbewirtschaftung kann die Zahl der Tagesbesucher, die mit dem PKW anreisen, gesteuert werden. Um den negativen Effekten vorzubeugen sollte eine Ausweitung des Parkplatzangebotes nur sehr restriktiv vorgenommen werden.

    Die zweite, kleinere Gruppe von Tagesbesuchern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad unsere Gemeinde besuchen, erzeugen weniger Verkehr. Dieser Verkehr belastet, von einigen Ausnahmen, wie etwa dem stark frequentierten Radweg Unteruhldingen – Meersburg abgesehen, weniger.
    Eine Erhöhung der Gästezahl die umweltfreundlich anreisen sollte angestrebt werden. […]

    4.2. Qualität und Kundenzufriedenheit steigern

    Der zunehmend höhere Wettbewerb im Tourismus erfordert eine stetige Anpassung an die Erwartungen von Gästen im Hinblick auf die Qualität der Einrichtungen der Leistungserbringer im privaten und öffentlichen Bereich.
    Das Produkt, die touristische Dienstleistung am Kunden muss überzeugen und verkaufbar sein. Die touristische Dienstleistung muss sich der Nachfrage des Marktes anpassen. Es genügt nicht das Vorhandene zu verkaufen, das „Produkt“ muss fortlaufend qualitativ weiterentwickelt werden, um am Markt bestehen zu können.

    Die Steigerung der Qualität und die Erhöhung der Kundenzufriedenheit sieht die CDU Uhldingen-Mühlhofen als wichtige Ziele, die mit in ein neues Tourismuskonzept aufgenommen werden sollten.

    Die einheimische Bevölkerung muss sich mit den Zielen des Tourismus identifizieren können. Sie sollte auch selbst vom Tourismus profitieren können. Den Bürgern sollten die Ausgaben der Gemeinde für den Tourismus transparent dargelegt werden. Der Nutzen für die Allgemeinheit muss erläutert werden.

    Vorschläge:
    […]
    4 Einführung eines „Passes“ für Einheimische mit Vergünstigungen für Einrichtungen im Tourismusbereich (Eintrittsgebühren, Parkgebühren, Fahrkosten, ..)
    […]

    Der gesamte Vorschlag des CDU Ortsverbands: 0814-Tourismuskonzept_Endfassung3.pdf
    (siehe auch unter http://www.uhldingen.cdu.de)

  14. Ich glaube nicht, daß eine Erweiterung der Parkplätze die Lösung des Problems ist.
    Mehr Parkplätze = mehr Parkplatzsuchende. Es ist ja schön und sozial, daß man in Sipplingen das Strandbad kostenlos nutzen kann, dies führt aber gerade dazu, dass unser Ort primäres Ziel der Kurzzeitgäste wird. Motto: Hauptsache billig oder umsonst. Ich plädiere für eine Strandbadgebühr, ähnlich wie in Ludwigshafen oder Überlingen.
    Der Parkplatzsuchverkehr, der uns alljährlich in den Sommermonaten so nervt, könnte durch Parkplatzleitsysteme (wie in den Parkhäusern von Städten) verbessert werden.

  15. Ich war heute mal wieder wie so oft in Sipplingen. Der Badestrand – alle Achtung gegenüber wie er vor Jahren war – sehr schön.

    Aber jetzt muss ich sagen, es ist wie in vielen Gemeinden: der Kunde wird abgezockt.
    Wir sind um 13.42 Uhr ins Restaurant Riva zum Essen gegangen. Da der Parkplatz von Badegästen belegt war, habe ich mich in Verlängerung des Motorradparkplatzes hingestellt und niemanden behindert. Der fade Nachgeschmack: anscheinend war jemand von der Gemeinde beauftragt und vor Ort, denn laut dem Strafzettel in Höhe von 10,- € wurde dieser um 13.45 Uhr ans Auto geheftet.
    Diese Vorgehensweise ist nicht in Ordnung. Es sollte dann auch sichergestellt sein, dass die Badegäste nicht den Parkplatz des Restaurants belegen oder dessen Mitarbeiter, der ja vor Ort war, hätte da einen Ton sagen können. So wären wir auch lieber in einen Nachbarort zum Essen gegangen. Wir werden auf jeden Fall in Zukunft diesen Ort meiden und selbstverständlich dies auch in unserem Bekanntenkeis weitergeben.

    Ich kann nur sagen: weiter so und dem Mitarbeiter alles Gute. Er wird bestimmt zum Mitarbeiter des Jahres. Immer schön versteckt arbeiten!

  16. Räte fordern mehr Knöllchen

    Sipplingen (hk) Kritik vom Gemeinderat musste sich Bürgermeister Anselm Neher in jüngster Gemeinderatssitzung gefallen lassen. Die Bürgervertreter bemängelten, dass zu wenig kontrolliert werde, sowohl was die Verunreinigung durch Hundekot in den Uferanlagen als auch was die Parksituation anbelange.

    „Da unten am Ufer sind große Tafeln aufgestellt, aber kein Hundehalter hält sich dran. Wenn wir nichts einschränken und nichts tun, wird’s immer mehr“, beschwerte sich Gemeinderat Willi Schirmeister (FW), der im Weiteren nach geregelten Zuordnungen der Zuständigkeit fragte. Außerdem kritisierte er die nach seiner Meinung minimale Kontrolle beim Parken. „Es werden kaum Knöllchen verteilt. Die Leute merken das und riskieren das Falschparken“, sagte er. In die gleiche Kerbe hieb Gemeinderat Johann Daschner (CDU), der darauf aufmerksam machte, es werde derartig wild geparkt, dass die Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr im Ernstfall nicht mehr durchkämen. Gemeinderat Thomas Seiberle (FW) ergänzte, er entdecke immer wieder zahlreiche Autos ohne Parkscheibe oder Falschparker – aber immer ohne Strafzettel. „Wie geht das? Dann kontrolliere ich selber – ich meins ernst“, sagte er. Bürgermeister Anselm Neher antwortete, er wisse um die Zustände, man kontrolliere, so weit es möglich sei. Man könne aber nicht jeden Tag überall kontrollieren. „Wir leben eben in keiner perfektionierten Welt“, erklärte Neher.

    (Südkurier, 12. August 2010)

  17. Parkchaos treibt Anwohner auf die Barrikaden

    VON WILHELM LEBERER

    • Autos parken such vor Grundstücksausfahrten
    • Blaue Zone bringt in Wohnstraßen auch keine Entlastung
    • Zu wenige Parkplätze stehen zur Verfügung

    Sipplingen – Die Einführung der so genannten Blauen Zone in mehreren Straßen des Ortes hat das leidige Parkproblem keineswegs entschärft, ja nicht einmal eine Besserung gebracht. Vor allem die Straßen in den Wohnbereichen im Westen sind oft zugeparkt.

    Das Problem ist vom Wetter abhängig, wenn an schönen Tagen und bei heißen Temperaturen Heerscharen von Tagesausflüglern kommen. Die immer wieder von Anwohnern kritisierte Situation hat sich zugespitzt, als feststand, dass das Strandbad frei zugänglich sein wird. Gemeindeverwaltung und Gemeinderat haben entschieden, keine Eintrittsgebühren mehr zu verlangen. Seit Beginn der Badesaison ist das so. So heißt es im Dorf auch schon, dass – zugegebenen etwas überspitzt formuliert – „Sipplingen inzwischen im Sommer das beliebteste Ziel der Badegäste aus allen Teilen Südwestdeutschlands“ sei.

    Offenbar haben sich Bürgermeister Anselm Neher und der Gemeinderat mit dem Beschluss, für das Strandbad und die große Liegewiese keinen Eintritt mehr zu verlangen, verkalkuliert. Nein, nicht dass die Gebühreneinnahmen jetzt in der Gemeindekasse fehlen, sondern vielmehr die Flut der Badegäste und Touristen machen Neher und dem Rat größere Sorgen. Die Badegäste finden keine Parkplätze mehr. Die ausgewiesenen Stellplätze in Seenähe reichen bei weitem nicht aus. Also, parken die Autofahrer in den Straßen der Wohngebiete. So weit so gut. Doch spätestens dann beginnen die Probleme mit den Anwohnern. Sie gehen inzwischen auf die Barrikaden und monieren das Problem bei der Gemeindeverwaltung als „unhaltbaren Zustand.“ Bürgermeister Anselm Neher wird mit Kritik überhäuft, er tue zu wenig, um das Problem aus der Welt zu schaffen. „An manchen Tagen ist es so schlimm, dass wir unsere Häuser nicht mehr erreichen oder die Zufahrten zu unseren Garagen blockiert werden“, schildert Christof Vieweg aus der Straße „Im Leimacker“ die Situation.

    Er spricht von einer Rücksichtslosigkeit der Besucher, die selbst vor Privatgrundstücken nicht Halt machen und ihre Autos auch auf Wiesen, Gehwegen oder vor Einfahrten abstellen. Vieweg bemängelt weiter: „Verkehrsvorschriften werden ignoriert.“

    Bürgermeister Anselm Neher ist das Parkproblem durchaus bewusst. Er spricht die Blaue Zone an, die eine Parkzeit von zwei Stunden erlaubt: „Würde jeder nach der Straßenverkehrsordnung parken, hätten wir keine Probleme.“ Doch mit der Blauen Zone trifft Neher auch viele Anwohner, die Zimmer oder Ferienwohnungen vermieten und die keinen Stellplatz auf dem Grundstück für das Auto ihrer Gäste nachweisen können. So bleibt nur der Stellplatz auf der Straße. Doch seit der Einführung der Zwei-Stunden-Parkzeit-Regelung ist es damit vorbei. So haben Neher und der Gemeinderat den Ärger mit den Anwohnern vorprogrammiert, wenigstens bis zum 30. September. Dann tritt die Regelung wieder außer Kraft und Sipplingen hat seine Ruhe bis zum 1. April 2011, sofern der Gemeinderat seinen Beschluss aufrecht erhält und damit die prekäre Situation für 2011 erneut heraufbeschwört.

    Forderungen von Zimmer- und Ferienwohnungsvermietern auf entsprechende Dauerparkplätze in den Wohnstraßen, die dann den Gästen zur Verfügung gestellt werden könnten, sind bis jetzt noch nicht möglich geworden. Die Einrichtung von Halteverbotszonen an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückszufahrten, die Aufstellung von, wie Vieweg sagt, „unübersehbarer Hinweisschilder auf die erlaubte Parkzeit und Parkgebühren für alle Stellplätze“ sowie die Ausweisung von Anwohner-Parkzonen seien Vorschläge von Anwohnern. Vieweg: „Parkzonen für Anwohner können nach der Straßenverkehrsordnung von der Straßenverkehrsbehörde eingerichtet werden.“ Mit der Realisierung der Vorschläge könne nach Meinung der Anwohner das Verkehrs- und Parkchaos in den betreffenden Wohngebieten durchaus entschärft werden.

    Bürgermeister Anselm Neher indes weist darauf hin, „Probleme gibt es nur, wenn Verkehrsteilnehmer im Kreuzungsbereich, auf Gehwegen oder vor den Grundstückausfahrten parken oder die Mindestrestfahrbahnbreite von drei Metern nicht beachten.“ Gegen derartige Verhaltensweisen der Autofahrer sei aber bislang noch „kein Kraut gewachsen.“ Dennoch, was kann getan werden? Neher: „Wir können nur in begrenztem Maße dagegen steuern, indem wir Parkregelungen schaffen und konsequent kontrollieren.“


    „Wenn die Badegäste den engen ‚Leimacker‘ zuparken, dann komme ich mit meinem Auto nicht mehr aus der Garage heraus. An schönen Sommertagen erkennen wir die Gegend wegen der vielen Autos fast nicht wieder. Alles wird zugeparkt und jede Ecke mit Autos verstopft.“ (H. Bühler)


    „Wir wissen nicht mehr, wo wir parken sollen bei der Zwei-Stunden-Parkregelung. Ich habe beim Bürgermeister einen Anwohner-Parkausweis beantragt, den ich aber nicht erhalte. Ich wurde an das Amt für öffentliche Ordnung bei der Stadtverwaltung Überlingen verwiesen, wo mir die Zuständigkeit ebenfalls verneint wurde.“ (L. Bredlo)


    „Ich wohne zwar erst seit April 2010 in Sipplingen, doch wir haben die gleichen Probleme wie die anderen Bewohner. Wir sind wild von parkenden Badegästen bereits beschimpft worden. Mir wurde vorgeworfen, ich könne nicht Auto fahren. Regelmäßig landen in unserem Garten auch leere Bierflaschen und anderer Müll, den die Badegäste auf diese Weise entsorgen, wenn sie zu ihren Autos zurückkehren.“ (R. Vieweg)


    (Südkurier, 28. August 2010)

  18. Möglichkeiten fast ausgeschöpft

    Zum Parkplatzproblem vor allem im Westen von Sipplingen beantwortet Bürgermeister Anselm Neher Fragen.

    Was haben sie getan, um die Parksituation in den Griff zu bekommen?
    Die erste Maßnahme bei der Neugestaltung des Uferbereichs war die Erweiterung des Parkplatzes westlich des Bahnhofs um etwa 70 Plätze. Danach erst wurden der Naturbadestrand und die Gastronomie erweitert.
    Alle Maßnahmen fanden großen Anklang. Der Bedarf an Parkplätzen wurde immer mehr. Die Verwaltung hat deshalb mit den Anwohnern die verkehrsrechtlichen Möglichkeiten besprochen und dem Gemeinderat vorgestellt, der dann die Parkzeit in den Wohnstraßen auf zwei Stunden reduziert hat.

    Offenbar hat dies alles bisher nicht ausgereicht. Denken Sie an weitergehende Lösungen?
    Die Möglichkeiten sind fast alle ausgeschöpft. Eine weitere Möglichkeit, das Parken in den Wohngebieten einzuschränken, wäre nur noch über eine Bewirtschaftung, also über Gebühren möglich. Davon hat der Rat bisher abgesehen. Vergessen darf man nicht, dass die einschränkenden Regelungen auch für Anwohner mit den damit verbundenen Konsequenzen gelten.

    Wie viele öffentliche Parkplätze hat die Gemeinde in den letzten Jahren geschaffen?
    Wegen dieser Parkplatznot wurden in einer Klausurtagung weitere Möglichkeiten untersucht. Größere Parkplätze können wegen der uns umgebenden Landschaftsschutzgebiete nicht geschaffen werden und sind auch nicht erwünscht, da unsere Uferanlagen kaum mehr Besucher aufnehmen können. Lediglich die Erweiterung des Westparkplatzes Richtung Westen um etwa 25 Parkplätze hat der Gemeinderat als absolut erforderlich eingestuft.

    Es heißt, dass die öffentlichen Parkplätze in großer Zahl von Bootsbesitzern blockiert werden. Teilen Sie diese Ansicht?
    Viele Bootsbesitzer im Westhafen kommen aus Sipplingen und benötigen keinen Parkplatz. Lediglich die Bootsbesitzer von außerhalb sind auf Parkplätze angewiesen und aus diesem Grund haben wird die Erweiterung des Westparkplatzes gefordert, um auch alle Parkmöglichkeiten für unsere Besucher auszuschöpfen.

    Was sagen Sie zu Vorwürfen, der so genannte Parkwächter der Gemeinde verteile Strafzettel nicht gerecht?
    Unser gemeindlicher Vollzugsbeamter wird stärker kontrollieren. Natürlich kann er nicht zu jeder Zeit überall sein. Er übt seinen Dienst sachgerecht aus.

    FRAGEN: WILHELM LEBERER

    (Südkurier, 28. August 2010)

  19. Ein Kommentar von Wilhelm Leberer (Südkurier, 28. August 2010):

    Es ist schlimm

    Die Gemeinde Sipplingen hat ein Problem – und zwar ein handfestes. Das Parkchaos auf Wohnstraßen im Westen des Ortes ist nicht zu übersehen.

    Niemand kann sagen, „das ist nicht schlimm.“ Nein, es ist schlimm. Die Fahrzeuge parken kreuz und quer, auch vor Hof- und Grundstückausfahrten. Die Leidtragenden sind die Anwohner. Sie müssen das Chaos ertragen, sich mit den Fahrzeugbesitzern auseinandersetzen und sich auch oft beschimpfen lassen – ob mit freundlichen oder nicht ganz freundlichen Worten sei einmal dahingestellt – , wenn sie darauf hinweisen, dass das Fahrzeug genau an die dieser Stelle nicht verkehrsgerecht geparkt ist. Vehement fordern die Anwohner eine Lösung. Doch Bürgermeister Anselm Neher steht momentan etwas ratlos da. Er mag zwar Recht haben, wenn er sagt, „würde jeder nach der Straßenverkehrsordnung parken, hätten wir keine Probleme.“ Das nützt den Anwohnern nichts. Die Situation ist anders, sie ist unbefriedigend. Und sie ist zudem hausgemacht. Denn mit der Einführung der Blauen Zone und der Zwei-Stunden-Parkzeit-Regelung haben Bürgermeister und Gemeinderat eine Regelung eingeführt, die nur dem Papier nach für Ordnung sorgt. Nach zwei Stunden hat das Auto wieder zu verschwinden. Doch dem ist eben nicht so. Denn wer das kostenlose Freibad besucht, der will nicht schon nach zwei Stunden wieder abziehen, nur weil nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Also, wird auch möglicherweise ein Strafzettel in Kauf genommen. Was ist zu tun? Bürgermeister und Gemeinderat müssen sich darauf besinnen, was sie eigentlich wollen. Zwei Möglichkeiten gibt es: Sipplingen will die vielen Gäste, dann müssen auch genügend Langzeitparkplätze zur Verfügung stehen oder aber Sipplingen will die Gäste nicht, dann muss dies gesagt werden und die Straßen können abgeriegelt werden. Jedenfalls sollte das ganze Parkplatzproblem nicht auf die Anwohner vor ihren Häusern abgewälzt werden.

  20. Rücksichtslose Tagestouristen

    Zum Parken in Sipplingen:

    Als betroffene Anwohner bemängeln wir, dass, wenn schon eine Kurzparkzeit von zwei Stunden eingeführt wurde, diese nicht kontrolliert wird. Vom „Dorfpolizisten“ wird lediglich überprüft, ob die Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe ausliegt. Fast alle Badegäste laufen mehrmals täglich zu ihren Autos, um die Parkscheibe immer wieder neu einzustellen. Auch die Lärmbelästigung, die an Wochenenden schon ab 8 Uhr beginnt und oft bis in die späten Abendstunden anhält, ist nicht länger hinzunehmen. Der Parkplatzsuchverkehr bringt viel Lärm mit sich und die Tagestouristen schlagen die Autotüren zu, schreien herum und unterhalten sich lautstark. Da ja die Straßen und Gehwege zugeparkt sind, wird unser Hof häufig dazu benutzt, um Gummiboote mit dem Kompressor aufzublasen. Viele dieser ungebetenen Gäste meinen auch, unser Hof wäre ein Rastplatz, wo man picknicken darf und den Müll gleich an Ort und Stelle liegen lassen kann. Wenn wir dann darauf aufmerksam machen, dass sie sich auf Privatgelände befinden, so bekommt man vorgeworfen, dass man in dem ganzen Gebiet ja sonst nirgends stehen oder sitzen könne. Von mehreren Touristen wurde uns sogar geraten, wir sollen doch einfach wegziehen, wenn das so störend für uns wäre! Wir sind sicher, dass Bürgermeister Anselm Neher, wenn er sich an den Wochenenden nach Schmalegg zurückzieht, diese Probleme nicht hat.

    A. und B. Schirmeister, Sipplingen

    (Leserbrief, abgedruckt am 1. September 2010 im Überlinger Teil des Südkuriers)

    1. Stellungnahme der BUND-Ortsgruppe zum geplanten Bau eines Parkplatzes bei Sipplingen:

      In Sipplingen ist geplant, westlich des jetzigen großen Parkplatzes einen weiteren Parkplatz mit 25 Stellplätzen anzulegen. Diese Parkplätze sind gedacht für die Besitzer von Booten im westlichen Yachthafen. Die Naturschutzverbände lehnen diese Bebauung strikt ab. Dafür gibt es folgende Gründe:

      1. Das beanspruchte Gebiet ist Teil des Landschaftschutzgebiets Bodenseeufer, welches gerade im Hinblick auf den Bebauungsdruck in Seenähe ausgewiesen wurde. Eine Bebauung läuft also gänzlich dem Ziel entgegen, Bebauung in unmittelbarer Seenähe zu vermeiden.
      2. Es sind eindeutig Partikularinteressen, welche für den Parkplatz sprechen (25 Yachtbesitzer).
      3. Selbst wenn der Parkplatz der Öffentlichkeit zur Verfügung stünde, spricht alles dagegen diesen ins Landschaftsschutzgebiet zu legen. Außerdem sind in den letzten Jahren schon große Flächen für Parkplatzbau in Sipplingen geopfert worden. Mehr Parkplätze ziehen immer mehr Verkehr an.
      4. In Sipplingen hat sich die bebaute Fläche in den letzten Jahrzehnten mehr als verfünfacht. Unbebaute Freiflächen sind also sehr kostbar geworden. Eine weitere Bebauung ist unverantwortlich.
      5. Das Gelände des geplanten Parkplatzes ist hängig. Bei einem Bau wären erhebliche Eingriffe ins Gelände erforderlich.

      Die Naturschutzverbände sind insbesondere maßlos darüber enttäuscht, dass Herr Landrat Lothar Wölfle sich für den Bau des Parkplatzes einsetzen will. Es ist bestürzend, dass er Partikularinteressen fördern will und Allgemeininteressen zurückstellt.

  21. Weiter schrauben an Parklösungen

    Sipplingen (as) Mit der zu Beginn der Sommersaison eingeführten Parkscheibenregelung im westlichen Gemeindegebiet und der intensiveren Überwachung des ruhenden Verkehrs hat sich die Situation in Sipplingen doch etwas zum Besseren gewendet. Dieses Fazit zog Bürgermeister Anselm Neher im Gemeinderat.

    Dennoch wurde über weitere Verbesserungsmöglichkeiten nachgedacht.

    Maximal zwei Stunden durfte man vom 1. April bis zum 30. September nach der neuen Parkregelung sein Auto im westlichen Gemeindegebiet abstellen. Das hat nach Ansicht von Bürgermeister Neher auch Früchte getragen – vor allem nachdem, wie er sagte, ab August ein neuer Gemeindevollzugsbediensteter intensiv den Parksündern hinterher war. „Die Anzahl der verteilten Knöllchen hat zu-, die Beschwerden von Anwohnern über zugeparkte Einfahrten dagegen haben abgenommen“, berichtete Neher. Gleichzeitig trat er dem Eindruck entgegen, dass die Gemeinde mit Strafzetteln ein großes Geschäft mache. Der damit verbundene Personal- und Verwaltungsaufwand fresse die Einnahmen weitgehend wieder auf. Man sei ja auch nicht auf Abzocke aus, sondern wolle in erster Linie Ordnung in den ruhenden Verkehr bringen, betonte der Bürgermeister.

    Das scheint ein gutes Stück weit auch gelungen zu sein. „Wir sind jetzt in der Phase, wo man merkt, dass die getroffenen Maßnahmen ziehen“, meinte Gemeinderat Karl Hepp. Um genauere Schlüsse ziehen zu können, schlug er eine Umfrage unter den betroffenen Anwohnern vor. „Wenn da etwas ganz anderes als weitgehende Zufriedenheit herauskäme, müssten wir uns Gedanken über andere Wege machen.“ Auch Eberhard Widenhorn vertrat die Auffassung, dass die Gemeinde auf dem richtigen Weg ist. Allerdings sollte seiner Meinung nach besser auf die Blaue Zone hingewiesen werden. Etwa mit Aufklebern an den Straßenbeleuchtungsmasten. „Ich glaube, dass viele Besucher die beiden Schilder, die auf die Blaue Zone verweisen, schlichtweg übersehen und gar nicht wissen, dass nur eine begrenzte Parkzeit erlaubt ist“, sagte er.

    Einen weiteren Vorschlag brachte Bernhard Bittlingmaier ins Spiel: die Einrichtung einer Schranke mit Kassenautomat am Parkplatz West. Dann müsste sich der Gemeindevollzugsbedienstete nicht mehr um die dortigen Parksünder kümmern, sondern könnte noch intensiver die Blaue Zone kontrollieren, argumentierte Bittlingmaier. Die Verwaltung will sich nun über die Kosten einer solchen Schranke kundig machen. Für Thomas Seiberle wäre auch die Anstellung eines zweiten Gemeindevollzugsbediensteten über die Sommerferien hinweg vorstellbar.

    Gleichzeitig trug Seiberle vor, dass ihm zu Ohren gekommen sei, dass viele Strafzettel, die sich Sipplinger Bürger eingehandelt hätten, im Rathaus wieder zurückgenommen würden. „Da wird ein Gerücht gestreut“, sagte Bürgermeister Neher, der mit Zahlen konterte: „Ich persönlich habe fünf Strafzettel zurückgenommen und meine Mitarbeiterin auch nicht mehr.“ Dafür habe aber ein plausibler Grund vorgelegen, sei es, dass ein Handwerker tätig war oder etwas angeliefert worden sei.

    (Südkurier, 16. Oktober 2010)

  22. Kurzbericht zur Gemeinderatssitzung vom 13.10.2010:

    [...] Nach allgemeinen Bekanntgaben mit Informationen zur getrennten Abwassergebühr und zur Errichtung einer Wendemöglichkeit in der Maurenstraße und allgemeinen Anfragen aus dem Gemeinderat ging es um die Parksituation in Sipplingen. Hier ließ das Gremium die ablaufende Saison und den Personalwechsel im Bereich des Gemeindevollzugsdienstes Revue passieren und legte nach ausführlicher Beratung einen Aufgabenkatalog für die Verwaltung fest. So soll künftig in den Kreuzungen stärker kontrolliert, das Parkaufkommen am Landungsplatz durch „Badegäste“ in den Uferanlagen eingedämmt, die Errichtung von Schrankenautomaten bei den Parkplätzen geprüft und die Erteilung von Anwohnerparkausweisen erleichtert werden. Betroffene Anwohner im westlichen Gemeindegebiet sollen darüber hinaus im Wege einer Umfrage über ihre Meinung bzw. Erfahrungen befragt werden. […]

  23. Aus der Rede von Bürgermeister Anselm Neher anlässlich des Neujahrsempfangs am 7. Januar 2011, abgedruckt im Mitteilungsblatt der Gemeinde Sipplingen (2011, Nr. 1/2):

    [...] Mit dem neu gestalteten Ufer kamen auch mehr Besucher und das Parkplatzproblem nahm zu.

    Die Umfrage in den betroffenen Wohngebieten ist noch nicht ganz ausgewertet – hat aber relativ wenig Erfolg versprechende Lösungsansätze gebracht außer der vermehrten Kontrolle. Der Gemeinderat wird sich in einer der nächsten Sitzungen mit der Angelegenheit intensiv befassen. [...]

  24. Ausgabe 2011, Nr. 9 (Auszug):

    [...] Im nächsten Tagesordnungspunkt ging es um die Parksituation im westlichen Gemeindegebiet und die Auswertung der Fragebögen. Hier wurde zunächst enttäuschend festgestellt, dass von 348 Fragebögen nur knapp 11 % im Rücklauf waren. Dabei wurden insbesondere die Themenschwerpunkte intensivere Überwachung des ruhenden Verkehrs und eine etwa mögliche Modifizierung der Kriterien bei der Ausgabe von Parkausweisen genannt. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung einstimmig, nach Möglichkeit einen zweiten möglichst flexibel einsetzbaren Vollzugsbediensteten zu beschäftigen und rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Parkausweis zu recherchieren. […]

  25. Falschparkern geht’s an den Geldbeutel

    VON HOLGER KLEINSTÜCK

    • Verkehrswidriges Parken im westlichen Gemeindegebiet in Sipplingen macht den Anwohnern trotz neuer Parkregelung nach wie vor zu schaffen
    • Wunsch nach strengeren Kontrollen wird umgesetzt
    • Nur elf Prozent der Fragebögen kommen zurück

    Sipplingen – Lediglich elf Prozent aller 348 Fragebögen, die an Einwohner im westlichen Gemeindegebiet in Bezug auf die dortige Parksituation verteilt worden waren, sind zurückgekommen.
    „Die Befragung war leider nicht sehr vielversprechend. Ich war schon ein bisschen enttäuscht“, bedauerte Bürgermeister Anselm Neher in der Gemeinderatssitzung. Dennoch: Die in den Antworten gewünschten stärkeren Kontrollen wollte der Gemeinderat in Form eines flexibel einsetzbaren zweiten Gemeindevollzugsbediensteten umgesetzt sehen.

    Die zunehmende wilde Parkerei insbesondere im Sommer stellt sich für die Anwohner im westlichen Gemeindegebiet als äußerst belastend dar. So ist das öffentliche Parkplatzangebot vor allem am Wochenende total erschöpft, es herrschen teilweise katastrophale Parkverhältnisse, ganze Straßenzüge und Kurvenbereiche sowie Gehwege sind komplett zugeparkt. Außerdem ist versetztes Parken mit Durchfahrtsbehinderung und das widerrechtliche Belegen von privatem Parkraum zu beobachten. Daher war Ende 2009 nach entsprechende Lösungen und Konzeptionen für eine künftige Parksituation gesucht worden.

    Im März vorigen Jahres hatte sich der Gemeinderat für eine neue Parkregelung im westlichen Gemeindegebiet ausgesprochen, nachdem zuvor eine entsprechende Bürgerinformation stattgefunden hatte. Diese sieht vor, dass in der Zeit von 1. April bis 30. September eines jeden Jahres lediglich zwei Stunden mit Parkscheibe geparkt werden darf.

    Im Oktober des Vorjahres sprach sich das Ratsgremium für eine Umfrage im westlichen Gemeindegebiet aus. „Denn es gibt immer noch viele Beschwerden im besagten Gebiet“, erläuterte Neher. Nach seinen Ausführungen war es ein großes Anliegen der an der Umfrage Beteiligten, Anwohnerparkausweise und strengere Kontrollen einzurichten.

    Gemeinderat Josef Dichgans (CDU) befand, es sei schwer, „mittels der Umfrage bei so schwacher Beteiligung den Willen der Bevölkerung zu ermessen“. Ganz deutlich ersichtlich sei aber die Nachfrage nach strengeren Kontrollen. Bernhard Bittlingmaier (FW) sprach sich für einen zweiten Vollzugsbeamten für Juli und August aus. „Es wäre gut, wenn wir einen in der Hinterhand hätten, der flexibel einsetzbar wäre“, blies Karl Hepp (CDU) ins selbe Horn. Der gleichen Meinung zeigte sich Bernd Ehrle (CDU): „Um strengere Kontrollen kommen wir nicht drum rum – einen Flexiblen idealerweise“, sagte er. „Aber einen stringenten“, warf Neher ein.

    Die ganze Angelegenheit sei eine zweischneidige Sache, so der Bürgermeister weiter. „Auf der einen Seite wollen wir gastfreundlich sein und drücken daher oft ein Auge zu, auf der anderen Seite müssen wir aber auch konsequent sei“, sagte er. Der Wunsch nach einer Schrankenanlage beim Parkplatz West, die Thomas Biller (FW) befürwortete, wollte der Rathauschef nicht verwirklicht sehen. „Zu teuer“, so seine Antwort. Eberhard Widenhorn (CDU) machte schließlich darauf aufmerksam, es sei erforderlich, täglich mehrmals an derselben Stelle zu kontrollieren. „Viel parken vorsätzlich verkehrt – dann ist eine Anzeige angebracht“, sagte er.

    Das Gremium einigte sich schließlich auf einen zweiten Vollzugsbeamten, der je nach Bedarf bei flexibler Arbeitszeit eingesetzt werden soll. In Bezug auf die Anwohnerparkausweise soll die rechtliche Handhabe geprüft werden.

    (Südkurier, 11. März 2011)

  26. Auch mir ist die Parkplatzsituation in Sipplingen bekannt und hat mich so manchen Tag schon Nerven gekostet. Allerdings bin ich kein Anwohner, sondern komme aus einer seenahen Gemeinde ohne Freibad und nutze den See am Feierabend und Wochenende zur Erfrischung und Erholung. Wenn man es streng genommen sehen will, bin ich also einer dieser verteufelten Tagestouristen. Mich bestürzt, dass der ein oder andere Sipplinger den Bodensee und „sein“ Ufer anscheinend als Privateigentum wähnt, auf das nur er und sein auserwählter Kreis an Dauergästen Anspruch hat. Da Frage ich mich allerdings, was macht ein solcher Sipplinger denn sonst so in seiner Freizeit oder außerhalb der Hochsaison. Geht er nicht auch in den umliegenden Städten Lebensmittel einkaufen, Kleidung shoppen, ins Kino, Tanzen etc. Wenn ich mir dann die angestrengte Parkplatzsituation an nicht so heißen Wochenenden oder am Abend in in Innenstädten von Singen, Tuttlingen, Konstanz usw. ansehe, finde ich doch ziemliche Ähnlichkeiten – und hier parkt dann sicherlich der ein oder andere Sipplinger auf knappen Parkraum. Fakt ist nun einmal, der Bodensee gehört der Allgemeinheit und jeder hat Anspruch auf ein kühles Bad in schönen Ambiente. Fakt ist auch, dass an heißen Sommertagen nicht nur in Sipplingen viel los ist, sondern auch in den anderen Seestrandbäder sowie in jedem Freibad in der Umgebung. Anstatt in diesem Blog den bösen Kreis von Tagestouristen zu verteufeln – die man außerhalb der Hochsaison als zahlenden Gastronomiegast dann ja doch gerne sieht – sollte man lieber an einer Lösung arbeiten, die für alle Personenkreise erträglich ist.

    1. Sehr geehrte(r) Frau/Herr Kwiatkowski,

      herzlichen Dank für Ihre Außensicht. Ich zähle zu den Kritikern des übermäßigen Tagestourismus, wobei ich nicht die Gäste „verteufle“, sondern die aktuellen Rahmenbedingungen mit deren Begleiterscheinungen für verbesserungswürdig halte.

      In der Tat nutze ich häufig die Infrastruktur unserer Nachbargemeinden. Dort ist es üblich, eine angemessene Parkgebühr zu entrichten und den Parkraum auf ein erträgliches Maß einzuschränken, bspw. mit Parkverbotszonen oder Parkausweisregelungen für Anwohner. Sobald die vorhandenen Parkplätze belegt sind, kann man davon ausgehen, dass auch Kapazitätsgrenzen der Geschäfte oder Freizeiteinrichtungen erreicht sind. An Tagen mit besonders großem Besucherandrang (z.B. bei Veranstaltungen) weiche ich auf das Fahrrad oder auf die öffentlichen Verkehrsmittel aus. Gerade für Freizeitaktivitäten ohne die Notwendigkeit eines bequemen Transportfahrzeugs sind diese dank der guten Anbindung Sipplingens bestens geeignet. Das gilt übrigens auch umgekehrt.

      Das „schöne Ambiente“ Sipplingens gibt es leider nicht zum Nulltarif. Unsere Gemeinde setzt(e) speziell im Uferbereich sehr viele finanzielle Mittel ein, die an anderen Stellen eingespart werden müssen. Dabei fallen mir u.a. die steigende Pro-Kopf-Verschuldung, die maroden Wasserleitungen und der verletzungsträchtige Rathausplatz ein. Auch als Privatpersonen werden wir ordentlich zur Kasse gebeten, was meines Erachtens einen gewissen Qualitätsanspruch rechtfertigt. So bezahl(t)en wir vergleichsweise hohe Grundstücks-, Immobilien- oder Mietpreise, halten uns an die teuren Auflagen des Denkmalschutzes oder engagieren uns in vielfältiger Weise für ein intaktes Dorfleben, womit wir zu unserem schönen Ambiente beitragen. Diese Motivation gilt es zu fördern und zu erhalten.

      Wir sollten „an einer Lösung arbeiten, die für alle Personenkreise erträglich ist“ – hier erhalten Sie meine volle Zustimmung. Dazu bedarf es eines mehrheitsfähigen Tourismuskonzepts. Wir Sipplinger müssten uns zunächst der Frage stellen, wo wir uns zwischen Quantität und Qualität einpendeln wollen.

  27. Viel Lob für Vollzugsdienst

    Sipplingen (hk) „Offenbar bewährt“ habe sich nach Worten von Bürgermeister Anselm Neher der Gemeindevollzugsdienst im Sommer dieses Jahres in Bezug auf das Parkproblem. „Wir sind recht ordentlich durch die Saison gekommen“, fasste Neher in jüngster Gemeinderatsitzung zusammen.

    In das gleiche Horn blies Gemeinderat Bernhard Bittlingmaier (FW): „Er macht eine Super-Arbeit, aber an manchen Tagen kann er es unmöglich allein schaffen.“ Er spielte hier auf die Augustwochenenden an, an denen viele Straßen wieder zugeparkt gewesen waren. „Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge wären im Ernstfall nicht durchgekommen“, sagte er. „Wir müssen eine Lösung finden, wie wir den Gemeindevollzugsdienst unterstützen können.“

    (SÜDKURIER, 27. September 2011)

  28. Hier meldet sich noch so ein nicht so willkommener Tagestourist.

    Ich schätze Sipplingen sehr, da der Ort mit dieser Lage einen sehr hohen Erholungs- und Freizeitwert hat (gerade mit Kleinkind).

    Auch mich stört als Gast, der Erholung sucht, das Verkehrsaufkommen und die Parkplatzsituation sehr und ich würde gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, zumal der Bahnhof in Sipplingen in einer Toplage ist.

    Nur leider sind die Bahn-Verbindungen von Tuttlingen aus sehr schlecht mit zwei mal Umsteigen in Singen und Radolfzell und auch sehr teuer (einfache Fahrt pro Person 12,20 €).

    Ich empfehle ein verkehrsmaßiges Gesamtkonzept bzgl. öffentlicher Verkehrsmittel mit Einbeziehung des Umlandes mit attraktiven Verbund-Tageskarten wie z.B. innerhalb des Verkehrsverbundes Hegau-Bodensee.

    Ich hoffe, hier etwas anregen zu können.

  29. Blech so weit das Auge reicht

    von RAMONA LÖFFLER

    Die Ferien- und Sommerzeit überlastet die Straßen und Parkplätze vieler Gemeinden direkt am See.

    Bodenseekreis – Tagestouristen, Übernachtungsgäste, Strandbadbesucher, Einheimische – an Sommertagen sind die Orte direkt am See voll. Seit Beginn der Pfingstferien rollen die ersten großen Blechlawinen des Jahres durch die Seegemeinden, verstopfen die Straßen und lassen die Parkplätze aus allen Nähten platzen. Der See alleine zieht schon die Besucher an und ein Strandbad ohne Eintritt hat geradezu magnetische Wirkung, wie die Bürger von Sipplingen wissen. Freie Parkplätze gibt es dort an sonnigen Tagen nicht mehr, dafür aber Geduldsproben für manche Anwohner, wenn ihre Grundstückseinfahrten teils zugeparkt werden.

    Diese Situation verärgert die betroffenen Bürger und kann sogar gefährlich sein. „An der Straße zum Altenheim hat der Notarzt ein Problem, wenn an beiden Rändern Autos stehen“, weiß C. Lang, Vorsitzende des Touristik-Fördervereins Sipplingen. In der „Blauen Zone“ nehmen es auch viele mit der erlaubten Parkzeit von zwei Stunden nicht so genau. „Strafzettel sind billiger als ein Strandbadeintritt für die ganze Familie“, sagt sie. Auch Sipplingens Bürgermeister Anselm Neher weiß, dass viele die 5 oder 10 Euro gerne in Kauf nehmen. Abgeschleppt werden die, die zu lange parken, aber nicht. „Das wird nur gemacht, wenn geparkte Fahrzeuge die Feuerwehr behindern“, erläutert er. Neher sieht in der „Blauen Zone“ generell eine gute Lösung. „Es sind auch nur ein paar Wochenenden im Jahr, an denen es zu wenige Parkplätze gibt. Das können wir nicht ganz lösen, aber können und müssen damit umgehen.“

    C. verwaltet und vermietet Ferienwohnungen und wohnt selbst im verwinkelten Sipplinger Ortskern. Sie hat keine Probleme mit Badegästen, die einen Parkplatz suchen. Ihre Stellvertreterin S. Kau dagegen wohnt in einer der betroffenen Straßen. Sie weiß aus erster Hand, wie es ist, wenn die Touristen in den Wohnstraßen nach Parkplätzen suchen, relativiert die Situation allerdings: „Das Problem ist da, aber wir begrüßen gerne Tagestouristen um die Schönheit unseres Dorfes präsentieren zu können und zukünftige Gäste zu werben.“ Mehr öffentliche Parkplätze sieht sie aber nicht automatisch als Lösung an: „Das würde die Situation nicht wesentlich verbessern. Es muss weiterhin über neue Wege zur Entschärfung nachgedacht werden.“

    Auf der Plattform http://www.forum-sipplingen.de diskutieren betroffene Bürger seit 2008 neben weiteren Themen Lösungsansätze für das Parkplatzproblem und tauschen Erfahrungen aus. J. Straub ist einer der Gründer dieser Internetseite. An Hochsommertagen mit vielen Badegästen meidet er tagsüber die Uferanlagen. „Man stellt sich so gut es geht darauf ein“, sagt er. „Ich bleibe an schönen Wochenenden lieber zu Hause oder weiche in ruhigere Gegenden aus. Es ist schade, dass man ausgerechnet dann den See vor der eigenen Haustür nicht entspannt genießen kann.“ Straub sieht ein Problem darin, dass die Attraktivität des Orts für die Dauergäste leidet und die Automassen einen Verlust der Lebensqualität für die Einwohner bedeuten. „Deshalb habe ich auch das Thema im Forum gestartet.“ S. Kau teilt diese Bedenken: „Die Urlauber wollen hier die dörfliche Ruhe genießen und keinen so überlaufenen Ort wie zum Beispiel Meersburg.“ W. Stork, Kassierer des Touristik-Fördervereins, argumentiert: „Es ist einfach die Frage, inwieweit die Tagesgäste die Dauergäste behindern oder vertreiben.“

    Der Touristik-Förderverein kennt die Probleme und den Ärger der Bürger: „An schönen Tagen hat sich die Situation verschärft, seit das Strandbad kostenlos ist. Da ist alles dicht.“ Gleichzeitig sind sich Bürgermeister Neher, S. Kau und C. Lang einig: „Wir freuen uns, dass so viele Gäste herkommen und wir wollen auch, dass sie kommen.“ S. Kau sagt: „Ideal wären volle, öffentliche Parkplätze und freie Straßen. Wir wollen das Flair von Sipplingen nicht verlieren.“

    Immerhin ist Sipplingen durch die B 31 neu beim Durchgangsverkehr entlastet. „Man hat gesehen wie viel die Umgehung bringt, als sie gesperrt war“, sagt C. Lang. An den heißen Sommertagen sei aber trotzdem immer viel los, wenn die „Seegucker“, wie Lang sie nennt, Stoßstange an Stoßstange durch Sipplingen die alte B 31 am See entlang fahren.

    Mit den fahrenden und stehenden Automassen geht jede Seegemeinde anders um. Tempolimits dämmen in Sipplingen und Hagnau zum Beispiel den Lärm ein. Hagnau hat wie Sipplingen ein kostenloses Strandbad. Beim Thema Parken kann Bürgermeister Simon Blümcke bisher aber keine Probleme feststellen. „Wir haben Parkplätze an den Ortseingängen mit Tagespauschalen von 3 und 4 Euro“, erklärt er. „Wir freuen uns über jeden Besucher. Jeder Tagesgast kann zum Übernachtungsgast werden.“ Die Angebote für Bürger und Touristen könne sich Hagnau durch die Gäste leisten. „Es ist eine Win-Win-Situation. Der Tourismus dient den Bürgern und Gästen.“ Ein Wunsch von Blümcke wäre es aber, dass das Land die Touristenströme in seine Straßenplanungen einbezieht. Das sei bisher nicht der Fall.

    Unteruhldingen hat bereits seit einigen Jahren ein Konzept, das sämtliche Autos der Tagesgäste aus dem Ortskern heraushält. Parken ist nur auf einem großen Parkplatz beim Reptilienhaus erlaubt. Zu den Pfahlbauten oder zum Hafen geht es entweder zu Fuß oder im Pendelverkehr mit dem privat betriebenen „Uhldinger Kurbähnle“. Reibungen gibt es aber trotzdem immer wieder. „Auf der B 31 gibt es oft Stau“, erklärt Edgar Lamm, Bürgermeister von Uhldingen-Mühlhofen. Im Hochsommer werden außerdem die Parkplätze knapp. Trotz 80 Zusatzstellplätzen nach der Unterführung der B 31, stellen Besucher ihre Fahrzeuge dann auch im Gewerbegebiet ab. „Die Autos stehen dort oft hinderlich“, sagt Lamm. „Die Leute denken, sie dürfen dort stehen.“ Inzwischen ist die Gemeinde dabei, neue Parkmöglichkeiten zu erschließen, da das Weltkulturerbe Pfahlbauten immer mehr Besucher anzieht.

    In Sipplingen gibt es die Möglichkeit, neue Parkplätze anzulegen, nicht, bedauert Anselm Neher. „Wir würden gerne weitere Parkplätze erschließen, aber das geht nicht wegen den Schutzgebieten um die Gemeinde herum.“ C. Lang und ihre Kollegen könnten sich eine ähnliche Lösung wie in Unteruhldingen vorstellen: „Man müsste mal ausprobieren, wie es mit Parkberechtigungen für Einheimische und Übernachtungsgäste im Ort funktioniert.“ Der Verein fände auf jeden Fall Hinweisschilder an den Ortseingängen von Sipplingen sinnvoll, die auf die begrenzte Parkzeit von zwei Stunden in der „Blauen Zone“ im Ort hinweisen.

    Der Linzgau wiederum profitiert von der hohen Anziehungskraft des Bodensees, bleibt aber von Stau und Parkplatznot verschont. „Wir sind zu weit ab vom Schuss dafür“, sagt Ulrike Erath von der Touristinfo Pfullendorf. „Wenn der See voll ist mit Gästen, sehen wir das zum Beispiel auch im Seepark. Dann kommen viele zum Abenteuergolf oder Wasserski her.“

    Trotz aller Probleme mit Stau und Parkplatzknappheit wünschen sich die Seegemeinden die Touristen. Nur nicht in zu großen, lawinenartigen Schüben. „Es wäre schön, wenn sich alle drängenden Touristen über das ganze Jahr verteilen würden“, sagt C. Lang.

    (SÜDKURIER, 2. Juni 2012)

    Parken in den Seegemeinden

    Im Laufe der Jahre hat jede Seegemeinde im Bodenseekreis ihr eigenes Parkkonzept entwickelt und angepasst. Zwei Beispiele:

    Unteruhldingen:
    Der Ortskern von Unteruhldingen hat keine öffentlichen Parkplätze. Wer an den Hafen oder ins Pfahlbaumuseum will, muss sein Auto auf einem knapp zehn Gehminuten entfernten „Parkplatz am See“ abstellen. Dieser Parkplatz verfügt über 384 Pkw-Stellplätze, drei Behindertenparkplätze, 19 Wohnwagenparkplätze und zehn Busplätze. Die erste Stunde kostet 1,20 Euro. Autos zahlen maximal 5 Euro pro Tag, Busse maximal 6 Euro. Wohnmobile dürfen eine Nacht stehen bleiben. Das privat betriebene „Uhldinger Kurbähnle“ bringt die Besucher im Pendelverkehr in den Ortskern. Drei weitere Parkplätze in den Ortsteilen von Uhldingen-Mühlhofen sind kostenlos.
    Außerdem hat die Gemeinde einen Bahnhof und gute Busanbindungen wie die Seelinie, die zwischen Überlingen und Friedrichshafen fährt. Kursschiffe fahren ebenfalls regelmäßig. In einer aktuellen Meldung auf ihrer Internetseite kündigt die Gemeinde einen Busparkplatz auf der „Storchenwiese“ an. So sollen auf dem „Parkplatz am See“ künftig mehr Pkw-Stellplätze zur Verfügung stehen.

    Sipplingen:
    Von April bis Oktober ist in der „Blauen Zone“ das Parken zwischen 9 und 19 Uhr zwei Stunden lang kostenlos mit Parkscheibe erlaubt. Dieses Konzept entstand 2010, nachdem es in den Vorjahren massive Anwohnerbeschwerden wegen wilder Parkerei im westlichen Sipplingen gab. Vor allem in der Straße „Im Leimacker“ wurde und wird immer noch gerne geparkt, wenn die öffentlichen, kostenpflichtigen Parkplätze belegt sind. Von diesen gibt es in Sipplingen drei: Der Parkplatz am Landungsplatz hat 22 Pkw-Stellplätze, eine Motorradbucht, drei Behindertenparkplätze und einen Busparkplatz.
    Die Höchstparkdauer beträgt drei Stunden, eine halbe Stunde kostet 50 Cent. Der Parkplatz West hat 129 Pkw-Stellplätze und zusätzlich 20 Längsparkplätze, eine Motorradbucht, drei Behindertenparkplätze und drei Wohnwagenparkplätze. Die Höchstparkdauer ist zehn Stunden, eine halbe Stunde kostet 30 Cent. Der Parkplatz Bahnhof verfügt über 116 Stellplätze für Autos, zwei Parkbuchten für Motorräder, drei Behindertenparkplätze und zwei Busplätze. Die Höchstparkdauer ist sieben Stunden, eine halbe Stunde kostet 40 Cent. Außerdem hat die Gemeinde einen Bahnhof, der direkt im Ortskern liegt und keine 400 Meter vom Strandbad entfernt ist. Busanbindungen in die Umlandgemeinden und Kursschiffe gibt es ebenfalls.

    (SÜDKURIER, 2. Juni 2012)

  30. Ich verstehe nicht, warum man in den Sommerferien nicht noch einen weiteren Parkpolizisten einstellt. Das würde die Motivation des bereits vorhandenen stärken. Warum schleppt man nicht mal die schlimmsten Parksünder ab. Wir Sipplinger haben ein sehr attraktives Dorf,daher kommen immer Touristen. Wenn nichtzahlende Tagestouristen nur Müll aus Ihren Essboxen dalassen und nicht fürs Parken zahlen müssen, sind wir selber schuld.
    Wenn bei uns ein Tourist mal wieder in der Wiese parkt, oder vor der Ausfahrt und ich spreche ihn auf die bevorstehende Strafe an, dann winkt der nur ab und lacht.
    Daran sind wir selber schuld. Wenn die Angst der Außenwirkung uns wichtiger ist als unsere eigene Lebensqualität,brauchen wir hns nicht wundern. In Tuttlingen lacht man schon über das Dorf Sipplingen, in dem alles umsonst sei.
    Hier meine Vorschläge:

    1. In Wohngebieten dürfen nur noch Einheimische und deren Gäste (Gastausweis) parken. Wer das trotzdem tut bringt uns nichts und wird daher mit empfindlicheren Strafen belegt.
    2. Unser Parkpolizist bekommt im Sommer eine/n weiteren Kollegen zur Unterstützung
    3. Einwohner können Parksünder fotografieren und auf der Gemeinde zur Anzeige bringen. Das hat zur Folge, dass man alle Parksünder erwischt und bestrafen kann.

    Unsere geschätzten und zahlenden Gäste hätten damit eine höhere Urlaubsqualität und auch als Sipplinger müsste man keinen Horror vor den Sommerferien haben.

  31. In Sipplingen gibt es seit Jahren ein Parkproblem, es wird aber viel zu wenig für die Tageausflügler gemacht.
    War heute wieder in Sipplingen und auf dem Weg zu meinem Parkplatz wurden 3 Autos abgeschleppt, und das beste war, dass, wenn der Abschlepper außer Sicht war, der nächste Ahnungslose sich über eine Parklücke gefreut hat. Dieses Abschleppen ist vollkommen nutzlos.

    1. Sipplingen tut sehr wohl etwas für seine Tagestouristen. Mehr Parkplätze hat kein anderer Ort am See bezogen auf seine Einwohnerzahl. Wer montags am Seeufer unterwegs war, ist schockiert gewesen, was Tagestouristen für Ihren Ferienort tun. Es wird gegrillt auf dem Rasen, Müllberge wo man hinsieht. Am hinteren Ende des neuen Hafens war ein „Lager“ aus Müll und Matten, Bierkisten etc. zurückgelassen worden. Tagestouristen fahren in unsere Straße mit Vollgas in Wohngebieten umher und gefährden spielende Kinder. Es wird dort den ganzen Tag illegal geparkt und weder Strafzettel noch Schlepper kommt. Nicht mal eine Parkscheibe ist hier im Fenster. Wenn das das Geschenk der Tagestouristen ist, dann kann ich aus DIE verzichten.

    2. Wenn ein „Ahnungsloser“ illegal parkt und das durch Abschleppen geahndet wird, dann hat er danach auf jeden Fall mehr Ahnung. Idealerweise führt dieses mehr an Ahnung dann auch noch zu einem mehr an Achtung vor den Gastgebern …

      1. Hallo,
        bei uns im Dorf gibt es auch Straßenfest, Musikveranstaltungen in der Festhalle, Oktoberfest, Weihnachtsmarkt und und und….
        Ich kann sehr gut verstehen wenn man sich als Anwohner über die zugeparkten Straßen ärgert. Aber das mit dem Abschleppen hilft doch gar nicht, weil 2 Minuten später der nächste dasteht, es sieht eher danach aus als ob irgendjemand daran verdient.
        Am den Tagestouristen muss jemand verdienen, sonst könnte man das doch unterbinden oder irgendwie Abhilfe schaffen.
        Wenn jemand 50 Euro für falsches Parken zahlen muss, dann wird er sich das sicherlich auch merken und es ist eine erzieherische Maßnahme, wenn man aber für 260 Euro den gleichen Parkplatz mehrmals abschleppt ist das für mich nur abzocke.

  32. Keine Erhöhung der Parkgebühren

    Sipplingen – Die Parkgebühren in Sipplingen bleiben zunächst unverändert. Das Thema kommt im Herbst noch einmal auf den Tisch des Gemeinderates.

    Die Parkgebühren in der Gemeinde bleiben zunächst unverändert. Das beschloss der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung. Die Gemeindeverwaltung hatte dem Gremium zuvor ein Umfrageergebnis der Parkgebühren umliegender Gemeinden präsentiert. Während der Diskussion wurde deutlich, dass eine mögliche Erhöhung der Gebühren in der laufenden Saison nicht mehr möglich sein wird. Das Gremium vertagte die Entscheidung über eine Anpassung der Parkgebühren auf Herbst dieses Jahres. Die letzte Gebührenanpassung war zur Sommersaison 2010 erfolgt. Bürgermeister Anselm Neher hatte zu Beginn gefragt, ob es überhaupt notwendig sei, die Gebühren zu erhöhen und ob eventuell ein zweiter Mitarbeiter für den Gemeindevollzugsdienst (GvD) eingestellt werden soll, um die parkenden Autofahrer zu überwachen, ob denn die Parkgebühr auch bezahlt wird. „Die Saison ist bisher recht schwach gelaufen“, stellte Neher fest. „Nicht übertreiben, so lassen“, antwortete Gemeinderat Josef Dichgans (CDU). Während sich Thomas Biller (FW) für eine Erhöhung um zehn Cent für alle drei Parkplätze aussprach, plädierte Bernhard Bittlingmaier (FW) für einen zweiten Mitarbeiter im GvD in der Zeit von Juli bis September. Karl Hepp (CDU) wollte die Gebühren so belassen, wenngleich es reizvoll klinge, diese um zehn Cent zu erhöhen, weil die Parkplätze direkt am See lägen. Außerdem hielt er eine Attraktivitätssteigerung der Jahreskarte für sinnvoll. Für den Parkplatz West (P1) müssen zurzeit 30 Cent je halbe Stunde bezahlt werden. Die maximale Parkdauer beträgt zehn Stunden. Für den Parkplatz westlich des Bahnhofs (P2) zahlt man 40 Cent je angefangene halbe Stunde bei einer maximalen Parkdauer von sieben Stunden. Auf dem Landungsplatz (P3) müssen 50 Cent pro halbe Stunde berappt werden. Die Höchstparkdauer auf dem Landungsplatz beträgt drei Stunden. Die aktuellen Gebühren gelten für die Parkplätze P1 und P2 von Karfreitag bis Martini (11. November) täglich von 9 bis 19 Uhr, für den Parkplatz P3 das ganze Jahr über.

    (SÜDKURIER, 23. Juli 2013)

  33. Parken wird immer chaotischer

    Von HOLGER KLEINSTÜCK

    Sipplingen – Wer nicht frühzeitig nach Sipplingen kommt, hat jetzt zur Hochsaison kaum eine Chance, einen Parkplatz zu finden. Inzwischen werden auch die unbebauten und nicht eingezäunten Wiesengrundstücke am Rande des Landschaftsschutzgebietes als Parkplätze benutzt – Die Angelegenheit wird seit Jahren in Sipplingen diskutiert.

    Wer nicht frühzeitig nach Sipplingen kommt, hat jetzt zur Hochsaison, insbesondere an den Wochenenden, kaum eine Chance, einen Parkplatz zu finden. Die 287 öffentlichen Stellplätze sind schnell belegt, es herrschen teilweise katastrophale Parkverhältnisse, ganze Straßenzüge und Kurvenbereiche sowie Gehwege sind komplett zugeparkt. Außerdem ist das widerrechtliche Belegen von privatem Parkraum zu beobachten.

    Inzwischen werden im Westen der Gemeinde auch die unbebauten und nicht eingezäunten Wiesengrundstücke am Rande des Landschaftsschutzgebietes als Parkplätze benutzt – und das mit Duldung der Grundstücksbesitzer und des Ordnungsamtes, wie Christof Vieweg, Bewohner in einem der betroffenen Gebiete, darstellt. „Besonders rücksichtslose Autofahrer scheuen sich nämlich nicht, auf die unbebauten Grundstücke zu fahren und ihre Wagen dort stundenlang im Schatten der Obstbäume abzustellen“, schreibt er. An manchen Tagen sei es so schlimm, dass sie nicht aus ihrer Garage herausfahren könne, habe ihm eine Anwohnerin berichtet.

    Die dramatische Parkplatznot brachte einen Grundstücksbesitzer jetzt auf die Idee, seine Wiese im Westen des Dorfes kurzerhand in einen öffentlichen Parkplatz für zirka 20 bis 25 Autos auszuweisen. „Mann kann hier parken“, schrieb er auf eine Holztafel am Rande der „Privatwiese“ und verlangt eine Gebühr von fünf Euro pro Tag, welche für die Jugendfußballer des TSV Sipplingen bestimmt sei. Mit seiner Parkplatzaktion habe der Grundstücksbesitzer allerdings den Zorn seiner Nachbarn auf sich gezogen, erklärt Vieweg.

    Alle Möglichkeiten, Parkflächen zu nutzen, seien ausgeschöpft und eine Erweiterung des Parkplatzangebots sei wegen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes nicht möglich, sagte Bürgermeister Anselm Neher gestern auf Anfrage des SÜDKURIER. Und der Schultes weiter: „Mit diesem Faktum müssen wir uns auseinandersetzen und bitten hier um Verständnis.“ Der Gemeindevollzugsdienstbeamte sei „ständig“ unterwegs und angehalten, „ganz konsequent“ Verkehrsverstöße zu ahnden, überall könne er jedoch nicht immer sein. Neher: „Wir können uns schließlich nicht erlauben, dass Feuerwehr und andere Rettungsfahrzeuge nicht mehr durchkommen.“ Die ganze Angelegenheit sei ohnehin eine zweischneidige Sache, hatte der Bürgermeister schon vor zwei Jahren im Gemeinderat gesagt. Und: „Auf der einen Seite wollen wir gastfreundlich sein und drücken daher oft ein Auge zu, auf der anderen Seite müssen wir aber auch konsequent sein.“ Das Parkchaos wird seit Jahren diskutiert; immer wieder berät der Gemeinderat das Problem. Im März 2010 hatte der Rat eine neue Parkregelung für das westliche Gemeindegebiet beschlossen. Diese sieht vor, dass von 1. April bis 30. September lediglich noch zwei Stunden mit Parkscheibe geparkt werden darf. Im Oktober 2010 sprach sich das Ratsgremium für eine Umfrage im westlichen Gemeindegebiet aus; allerdings waren zum Bedauern der Gemeindeverwaltung nur elf Prozent aller 348 Fragebögen zurückgesandt worden.

    Geändert hat sich de facto bis heute nichts. Auch wenn es die Möglichkeit gäbe, neue Parkmöglichkeiten einzurichten, stieße das vermutlich auf Widerstand. So haben die Bürgervertreter bereits des Öfteren ausgeführt, dass zusätzliche Parkplätze noch mehr Badefreudige in das Wohngebiet lockten. „Wir erhöhen dadurch eigentlich nur die Nachfrage und damit die Misere“, sagte Josef Dichgans (CDU) vor drei Jahren, als sich das Ratsgremium mit möglichen Parkplatzerweiterungen beschäftigt hatte.

    (SÜDKURIER, 8. August 2013)

    1. Parken auf einer Privatwiese

      Sipplingen – Not macht bekanntlich erfinderisch: Ein Sipplinger Bürger ist aufgrund der Parkpatzmisere im Ort auf die Idee gekommen, seine Wiese im Westen des Dorfes in einen öffentlichen Parkplatz für etwa 20 bis 25 Autos zu verwandeln. „Mann kann hier parken“, hat er in einer recht speziellen Rechtschreibung auf eine Holztafel am Rand der „Privatwiese“ geschrieben. Dafür verlangt er eine Gebühr von 5 Euro pro Tag, die in eine Holzkiste geworfen werden soll und die den Jugendfußballern des TSV Sipplingen zugute kommt.

      In dieser Angelegenheit sei er hin- und hergerissen, sagt Bürgermeister Anselm Neher. „Ich bin natürlich grundsätzlich froh, wenn eine Privatperson in einem Wohngebiet Parkplätze zur Verfügung stellt“, so der Rathauschef. Auf der anderen Seite müsse es aber baurechtlich auch so sein, dass die Angelegenheit dem geltenden Recht nicht widerspreche. Das Bauordnungsamt in Überlingen prüft nach Worten von Neher daher derzeit, ob der Wiesenparkplatz inmitten des Wohngebiets überhaupt zulässig ist.

      In Bezug auf die Touristen, die inzwischen im Westen Sipplingens auch die unbebauten Wiesengrundstücke am Rande des Landschaftsschutzgebietes als Parkplätze benutzen – und das mit Duldung des Ordnungsamtes –, sagt Neher, die Autos befänden sich außerhalb des öffentlichen Verkehrsraums, der Gemeindevollzugsdienst könne nichts tun. „Da ist er nicht zuständig.“ Viele falsch parkende Autofahrer kalkulieren das Verwarngeld anscheinend ein, wenn sie zum Baden nach Sipplingen kommen: „20 Euro wegen Falschparkens sind für eine Familie immer noch billiger als andernorts der Eintrittspreis ins Strandbad“, erklärt Christof Vieweg. (hk)

      (SÜDKURIER, 8. August 2013)

  34. Hallo, wir kommen aus Bochum und machen diesen Sommer wieder Urlaub in Sipplingen. Vor 2 Jahren hatten wir immer Glück, da wir immer schon gegen 9 Uhr im Strandbad waren, ab 10 Uhr ist Sipplingen dicht. Zum Glück haben wir diesmal ganz nah am Strandbad eine Unterkunft und haben einen eigenen Parkplatz. Sipplingen muss dafür sorgen, das die Tagesbesucher nicht in den Straßen Sipplingens parken, sondern nur die Anwohner und Gäste mit Ausweis. Andere, die diesen nicht haben, müssten direkt abgeschleppt werden. Ich bin mir sicher, dass das abschreckt, denn das kostet mindestens 150 €, und das sollte in den Ortsstrassen auch überall auf Schildern stehen!

  35. „Mehr Parkplätze sind nicht möglich“

    Von HOLGER KLEINSTÜCK und WILHELM LEBERER

    Zur in den Sommermonaten zeitweisen katastrophalen Parkplatzsituation in der Gemeinde Sipplingen

    Die Gemeinde Sipplingen ist derzeit in der Sommersaison immer wieder an allen Ecken und Enden zugeparkt. Es fehlt an Parkplätzen. Bürgermeister Anselm Neher beantwortet dazu Fragen.

    Das leidige Problem ist wieder deutlich sichtbar. Sipplingen wird an den schönen Sommertagen regelrecht zugeparkt. Es ist zwar immer nur ein vorübergehender Zustand. Müssen die Bewohner diesen hinnehmen, weil Sipplingen eben gern das Ziel der Touristen ist?

    Wir freuen uns, dass wir ein beliebter Urlaubsort am See sind und unsere Investitionen im Uferbereich großen Anklang finden. Das Parkplatzproblem ist in jeder attraktiven Gemeinde in der Hochsaison vorhanden. Dem kann nur mit Maßnahmen des Gemeindevollzugsdienstes begegnet werden.

    Die Kritik vieler Anwohner bleibt nicht aus, weil Straßen und vor allem auch Grundstückseinfahrten zugeparkt sind. Können Sie die Kritik verstehen?

    Die Kritik der Anwohner kann ich verstehen. Da wir die Maßnahmen gegen die Parksünder verstärkt haben, etwa mit konsequentem Abschleppen, ist die Kritik wesentlich zurückgegangen.

    Die Gemeinde hat 287 Autostellplätze auf den verschiedenen Plätzen öffentlich ausgewiesen. Eigentlich eine respektable Zahl. Aber, eben doch zu wenige, um das wilde Parken vermeiden zu können. Könnten Sie nicht weitere Parkplätze ausweisen? Oder kann sich Sipplingen das finanziell nicht leisten, ganz abgesehen von der Frage des Standortes?

    Auf der einen Seite würden wir gerne mehr Autostellplätze zur Verfügung stellen, dies können wir aber nicht wegen der bestehenden Landschafts- und Naturschutzgebiete, in dem das Parken strikt untersagt ist. Auf der anderen Seite ist dies auch ein Regulativ, da unser Dorf weitere Besucher kaum mehr aufnehmen kann.

    Von vielen wird ja gefordert, die Gemeinde müsse dafür sorgen, dass die Tagesbesucher nicht in den Straßen Sipplingens parken dürften, sondern nur die Anwohner und Gäste mit Ausweis. Ließe sich das bewerkstelligen?

    In den Wohngebieten ist das Parken mit Parkscheibe nur für zwei Stunden erlaubt. Dies hat sich grundsätzlich bewährt. Anwohnerparkausweise werden in Einzelfällen ausgestellt.

    Kann es sein, dass Sipplingen von Tagestouristen deshalb gern als Ziel ausgewählt wird, weil der Zutritt zum Naturbadestrand kostenlos ist?

    Die Uferkonzeption ist mit den terrassierten Liegeflächen und der sehr guten Gastronomie generell gelungen. Ich glaube, dass darin der erste Grund gesehen werden muss, dass die Uferanlage so beliebt ist. Orte, die für das Strandbad Eintritt verlangen, haben an den heißen Sommertagen nicht weniger Zulauf. Dies zeigt, dass der Eintritt nicht ausschlaggebend für die Auswahl des Badeziels ist.

    Meinen Sie, dass hinsichtlich einer Änderung des kostenlosen Zutrittes zum Badestrand das Parkproblem wenigstens etwas entschärft werden könnte?

    Der kostenlose Zutritt zum Naturbadestrand war wesentlicher Teil der Uferkonzeption und wurde deshalb auch mit wesentlich höheren Zuschüssen bedacht. Der Naturbadestrand ist so konzipiert, dass er jederzeit als abgeteilter Bereich mit Eintritt bewirtschaftet werden könnte. Dies mit der Konsequenz, dass dann die Zuschüsse mit mehreren 100 000 Euro zurückbezahlt werden müssten. Die Zuschussbindung endet nach 25 Jahren, also im Jahr 2030. Ich glaube aber nicht, dass dies das Hauptproblem wesentlich entschärfen würde, da die gesamte Uferanlage sehr gerne angenommen wird und der Uferbereich zwischen Riva und Naturbadestrand immer schon frei war. Landauf, landab wird beobachtet, dass grundsätzlich alle Grünflächen im Uferbereich, egal ob sie jetzt in einen Badestrand einbezogen werden oder innerhalb des Uferparks liegen, immer mehr als Liegefläche in Anspruch genommen werden.

    Will der Ort überhaupt die vielen Tagestouristen oder sind Ihnen die Langzeiturlauber lieber?

    Aus vielen Tagestouristen werden Langzeiturlauber. Beide sind in unserer attraktiven Gemeinde herzlich willkommen.

    Wie oft wird eigentlich jetzt im Hochsommer das Parken kontrolliert? Sind es mittlerweile zwei Gemeindevollzugsbeamte?

    Im Hochsommer wird das Parken regelmäßig kontrolliert. Die Reaktionen der Bevölkerung sind derzeit sehr positiv. Wir sind auf der Suche nach einem zweiten Gemeindevollzugsbeamten, der stundenweise an den hochfrequentierten Tagen zur Verfügung steht.

    Bestünde nicht die Möglichkeit der Abschreckung, mit mehreren Schildern darauf aufmerksam zu machen, dass Falschparker abgeschleppt werden und dafür rund 150 Euro zahlen müssen?

    Ich glaube generell, dass Schilder nur wenig abschreckende Wirkung haben. Grundsätzlich weiß jeder, dass er so parken muss, dass auch ein Feuerwehrfahrzeug noch vorbeifahren kann. Genau sind das 3,05 Meter, die von einer Straßenbreite einfach noch frei bleiben müssen. Selbst bei Ausschilderungen wird häufig die Ausrede benutzt „Ich habe das Schild nicht gesehen“ oder es könnte zu Missverständnissen kommen, dass nur dort abgeschleppt wird, wo das Schild steht. Weitere Gründe zum Abschleppen sind das Parken im absoluten Halteverbot, im Kreuzungsbereich oder der Gehweg wird komplett zugeparkt und die Fußgänger, Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen müssen auf die Straße ausweichen.

    Halten Sie es für richtig, wenn Privatleute, etwa Landwirte entsprechende Flächen oder Wiesen zum Parken zur Verfügung stellen und dafür eine Gebühr verlangen, auch wenn sie den Geldbetrag dann einem guten Zweck zur Verfügung stellen? Ist die vorübergehende Ausweisung von Parkraum rechtlich überhaupt zulässig?

    Wenn Privatleute der Allgemeinheit helfen wollen und ihre Grundstücke zur Verfügung stellen, finde ich dies immer als entgegenkommende Geste und zeigt die Gastfreundlichkeit. Ob dies allerdings rechtlich zulässig ist, prüft derzeit das Baurechtsamt Überlingen.

    (SÜDKURIER, 26. August 2013)

  36. Innenminister Gall […]

    Ortsbesuch bei der DLRG in Sipplingen […] Gemeinderat nutzt den Besuch, um einen Hilferuf in Sachen Parkplatzproblem abzugeben.

    Sipplingens Schönheit ist Sipplingens Problem: Nach der Renaturierung des Ufers, an dem kostenlos gebadet werden kann, wird die Gemeinde von auswärtigen Besuchern überschwemmt. Richtig formuliert: Von deren Blechlawine. Die Parkplätze werden immer knapper, das ist den Einheimischen zuwider. Ein bekanntes Problem. Doch nutze FWV-Gemeinderat und DLRG-Vizechef Willy Schirmeister gestern den Besuch von Innenminister Reinhold Gall (SPD), um einen Hilferuf zu platzieren. „Vielleicht können Sie helfen, Parkplätze zu erweitern“, sagte er, und stellte sich ausdrücklich als Stellvertreter von Bürgermeister Anselm Neher vor, der noch in Urlaub weile. Es müsse etwas passieren, weil die Geduld der Sipplinger am Ende sei, sagte er an die Adresse des Innenministers. […]

    (Von STEFAN HILSER, SÜDKURIER, 7. September 2013)

  37. Parkgebühren: Bald sollen mehr Münzen klimpern

    Sipplingen – Die Parkgebühren in der Gemeinde Sipplingen sollen um 10 Cent pro halbe Stunde erhöht werden

    Wer sein Auto abstellen möchte, muss künftig tiefer in die Tasche greifen: 10 Cent mehr soll die halbe Stunde kosten. Das beschloss der Gemeinderat in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause.

    Änderungen bei den Parkjahresscheinen sind nicht geplant; nur soll künftig zusätzlich auch das Parken in den Anliegerstraßen im blauen Bereich auf ausgewiesenen Parkflächen zulässig sein. Die entsprechende Parkgebühren-Satzung arbeitet die Gemeindeverwaltung derzeit aus und wird sie dem Gemeinderat in einer der kommenden Sitzungen vorlegen. Erst dann werden die neuen Gebühren in Kraft treten.

    Zu Beginn der Debatte sagte Bürgermeister Anselm Neher, ihm sei aus der Bevölkerung mehrmals zugetragen worden, dass die derzeitigen Gebühren zu niedrig seien, was insbesondere im Zusammenhang mit dem kostenlosen Eintritt ins Naturbad gesehen werden müsse. Für eine generelle Erhöhung und somit höhere Einnahmen sprach sich Thomas Biller (FW) aus. „Die Sipplingen Bürger sind davon nicht betroffen“, sagte er.

    Prinzipiell nicht gegen, aber auch nicht generell für eine Erhöhung war Bernd Ehrle (CDU), der die Parkraumbewirtschaftung der Anwohnerstraßen ansprach. Das Parkproblem hält Johann Daschner (CDU) für schnell behoben, käme ein zweiter Gemeindevollzugsdienstbeamter (GVD) zum Einsatz. Auch Bernhard Bittlingmeier (CDU) sprach sich für eine Erhöhung aus, „aber nur in Verbindung mit einem zweiten GVD“. Thomas Seiberle (FW) machte klar, dass zahlreiche Auswärtige gar nicht erst die Parkplätze ansteuerten, sondern gezielt einen Platz im Ort suchten. Willi Schirmeister (FSW) hatte mit einer Parkraumbewirtschaftung in der ganzen Gemeinde kein Problem: „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir jetzt nichts machen.“ Nach Ansicht von Johann Dichgans (CDU) lasse sich die Diskussion mit einer Erhöhung der Parkgebühren um zehn Cent nicht rechtfertigen. „Ich würde die Gebühren so belassen und nicht am Strandbad festmachen. Das hat Sipplingen doch erst bekannt gemacht. Das ist doch ein Erfolg“, sagte er und stimmte als einziger gegen die Erhöhung.

    (SÜDKURIER, 21. September 2013)

  38. Aus dem Kurzbericht zur Gemeinderatssitzung vom 23. Oktober 2013, veröffentlicht auf der Homepage der Gemeinde Sipplingen:

    [...] Danach beschloss der Gemeinderat einstimmig die Neufassung der Parkgebührenordnung, nachdem er in vorausgegangener Sitzung bereits über eine geringe Anhebung der Parkgebühren beraten hatte. Die Parkgebühren werden durchschnittlich um 0,10 EUR je angefangene halbe Stunde angehoben. Die Neufassung der entsprechenden Rechtsverordnung ist in diesem oder einem der nächsten Mitteilungsblätter abgedruckt […]

  39. Knappe 400€ darf man zahlen, wenn man in Sipplingen abgeschleppt wird. So kann man die Touristen auch verjagen. Ich werde Sipplingen in Zukunft auf jeden Fall meiden und das werde ich auch jedem anderen empfehlen!!

Kommentieren/Informationen hinzufügen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.